(Re)Konstruktion von gender im Exotensport Jugger

(Re)Konstruktion von gender im Exotensport Jugger

Wie soziale Prozesse Geschlechterkategorien reproduzieren – soziale (Re)Konstruktion von gender im Exotensport Jugger

1 Einleitung

Drei, zwei, eins – Jugg!“ so beginnt ein jeder Spiel­zug, der von rhyth­mi­schen Trom­mel­schlä­gen vom Spiel­feld­rand aus beglei­tet wird und als Start­si­gnal für die bei­den Mann­schaf­ten gilt, so schnell wie mög­lich auf­ein­an­der zu zu ren­nen. Bei neu­gie­ri­gen Außen­ste­hen­den mag die Sport­art Jug­ger zunächst Ver­wun­de­rung aus­lö­sen, wenn sie die Spie­ler mit Waf­fen ähneln­den gepols­ter­ten Stä­ben und schwin­gen­den Ket­ten gegen­ein­an­der antre­ten sehen, doch der sich immer mehr eta­blie­ren­de Exo­ten­sport ist weit weni­ger gefähr­lich, als er aus­sieht. „Kei­ne Angst, nur dein Stolz kann ver­letzt wer­den!“ wur­de mir zu Beginn gesagt, und tat­säch­lich ver­ur­sa­chen die Tref­fer der selbst­ge­bau­ten gepols­ter­ten Spiel­ge­rä­te kei­ne Ver­let­zun­gen.

Doch wer spielt die­se Sport­art? Sind es „Kampf­wei­ber“ oder „his­to­ri­sche Krie­ger“? Bil­der von Männ­lich­keit und Weib­lich­keit und geschlech­ter­ty­pi­schem Ver­hal­ten prä­gen unser All­tags­le­ben, vie­les erscheint gege­ben und selbst­ver­ständ­lich.

Im Sport ste­hen Kör­per­lich­keit und Geschlecht­lich­keit in direk­tem Zusam­men­hang und die als selbst­ver­ständ­lich ange­se­he­nen binä­ren Geschlech­ter­ka­te­go­ri­en sind in die­sem kör­per­zen­trier­ten Sozi­al­sys­tem unmit­tel­bar vor­han­den (vgl. Hart­man-Tews 2003: 24 u. 238). Vor dem Hin­ter­grund der, im Gegen­satz zu vie­len ande­ren durch Tren­nung der Geschlech­ter gekenn­zeich­ne­te Sport­ar­ten, gemischt-geschlecht­lich orga­ni­sier­ten Sport­art Jug­ger unter­su­che ich, ob Geschlecht in bestimm­ten Situa­tio­nen eine Rol­le spielt und wie im All­tag, hier im Bereich des Frei­zeit­spor­tes, Geschlech­ter­ka­te­go­ri­en (re)produziert wer­den. Um Fra­gen wie die­sen auf den Grund zu gehen, unter­su­che ich in die­sem Bericht die Her­stel­lung des sozia­len Geschlechts, im eng­li­schen als gen­der bezeich­net, wie in und durch sport­li­che Akti­vi­tät Geschlecht (re)konstruiert wird.

Nach Erklä­rung der für die For­schung wich­ti­gen Theo­rie­rich­tun­gen und Grund­la­gen der Sport­art Jug­ger beschrei­be ich mein metho­di­sches Vor­ge­hen und den Ablauf der Feld­for­schung mit Reflek­ti­on mei­ner eige­nen Rol­le, bevor ich die Ergeb­nis­se der For­schung dar­stel­le und inter­pre­tie­re.

 

2 Theorie

2.1 Geschlechterforschung und die Konstruktion von Geschlecht

Inner­halb der Frau­en- und Geschlech­ter­for­schung ent­wi­ckel­ten sich seit Mit­te der 80er Jah­re unter­schied­li­che kon­struk­ti­vis­ti­sche Kon­zep­te, wel­che die sozia­le Her­stel­lung von Geschlecht the­ma­ti­sier­ten. Schon vor­her wur­de zwi­schen sex, dem bio­lo­gi­schen Geschlecht, und gen­der, womit das sozia­le Geschlecht oder die geschlecht­li­che Iden­ti­tät bezeich­net wird, unter­schie­den (vgl. Gil­de­meis­ter 2009: 4 u. Hart­mann-Tews 2003: 18).

Die Geschlech­ter­for­schung unter­schei­det zwi­schen ver­schie­de­nen Ana­ly­se­e­be­nen, der Mikro‑, Meso- und Makro­ebe­ne. Zur Mikro-Ebe­ne wer­den Geschlech­ter­be­zie­hun­gen und doing gen­der gezählt, auf der Meso-Ebe­ne geht es um geschlech­ter­dif­fe­ren­zie­ren­de Struk­tur­vor­ga­ben, wie sie in Insti­tu­tio­nen vor­kom­men, und die Mar­ko-Ebe­ne umfasst Geschlech­ter­ver­hält­nis­se als Struk­tur­zu­sam­men­hang der Gesell­schaft (vgl. Hart­mann-Tews 2006: 17). Die vor­lie­gen­de For­schungs­ar­beit wur­de zwar durch Beob­ach­tun­gen auf der Mikro-Ebe­ne durch­ge­führt, die Bedeu­tung und der Ein­fluss der Ele­men­te der ande­ren Ebe­nen sind in mei­ner Ana­ly­se aber eben­falls von Bedeu­tung, da sozia­les Han­deln und sozia­le Struk­tu­ren sich wech­sel­sei­tig beein­flus­sen und kon­sti­tu­ie­ren. Sozio­struk­tu­rel­le Ele­men­te bie­ten einen Rah­men, in wel­chem die Her­stel­lung von Geschlecht statt­fin­det und kön­nen als Kata­ly­sa­to­ren oder Sta­bi­li­sa­to­ren bestehen­der Geschlech­ter­ver­hält­nis­se wir­ken (vgl. Hart­mann-Tews 2003: 27).

Für empi­ri­sche Unter­su­chun­gen der (Re-)Produktion von gen­der im Sport vor allem von Bedeu­tung sind dabei der eth­no­me­tho­do­lo­gisch-inter­ak­tio­nis­ti­sche Ansatz nach Gar­fin­kel sowie das inner­halb der Geschlech­ter­for­schung weit ver­brei­te­ten Kon­zept des doing gen­der und das Per­for­ma­ti­vi­täts­kon­zept von Judith But­ler. Mit dem eng­li­schen Begriff des doing gen­der wird die Her­stel­lung von Geschlechts­iden­ti­tä­ten und –Zuge­hö­rig­kei­ten als ein fort­wäh­ren­der Pro­zess und die Betrach­tung von Geschlecht als Pro­dukt vie­ler sozia­ler Kon­struk­tio­nen bezeich­net. Der Unter­schied zwi­schen den Geschlech­tern wird somit nicht vor­aus­ge­setzt, son­dern als Ergeb­nis von Inter­ak­tio­nen betrach­tet (vgl. Beres­will 2013: 117f. u. Hart­mann-Tews 2003: 19).

Aus der mikro­so­zio­lo­gi­schen Per­spek­ti­ve beschäf­ti­gen sich eth­no­me­tho­do­lo­gisch ori­en­tier­te Ansät­ze mit der Her­stel­lung von Geschlecht in all­täg­li­chen Situa­tio­nen, Begeg­nun­gen und Rou­ti­nen in face-to-face Inter­ak­tio­nen. Allein durch die phy­si­sche Anwe­sen­heit von Per­so­nen, deren gegen­sei­ti­ge Wahr­neh­mung und Reak­ti­on auf­ein­an­der, ent­steht ein Pro­zess der Inter­ak­ti­on, in wel­chem Inter­ak­ti­ons­teil­neh­mer iden­ti­fi­ziert und klas­si­fi­ziert wer­den (vgl. Gil­de­meis­ter 2009: 8 u. 11 u. Rie­graf 2010: 65). Der his­to­risch beding­te sozio­kul­tu­rel­ler Rah­men, bestehend unter ande­rem aus Ste­reo­ty­pen, sprach­li­chen Kate­go­ri­en, Ver­hal­tens­ge­wohn­hei­ten und insti­tu­tio­nel­len Ord­nun­gen, bil­det die Basis, auf der Inter­ak­tio­nen beru­hen (vgl. IQ2 Hirschau­er 2014: 1). Im Pro­zess der Her­stel­lung von Zwei­ge­schlecht­lich­keit wer­den All­tags­rou­ti­nen mit Rück­griff auf gemein­sa­me, oft unbe­wuss­te Wis­sens­be­stän­de und Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten ange­wandt, in denen das bipo­la­re Mus­ter fest ver­wur­zelt ist (vgl. Rie­graf 2010: 66 u. 68).

 

2.2 Sport und Geschlecht

Die Wahr­neh­mung des Kör­pers und des Geschlechts ste­hen im All­tag in einem engen Ver­wei­sungs­zu­sam­men­hang (vgl. Meu­ser 2010: 129f.). Dabei wer­den Geschlechts­zu­schrei­bun­gen durch soge­nann­te „Gen­der Mar­ker“ wie Klei­dung oder non-ver­ba­le Ver­hal­tens­wei­se wie Mimik und Ges­tik vor­ge­nom­men (vgl. Rie­graf 2010: 68). Da der Kör­per im Sport eine wich­ti­ge Rol­le spielt, sind auch kul­tu­rell und gesell­schaft­lich geform­te Kör­per­bil­der, kon­sti­tu­iert durch sozia­le Geschlech­ter­ty­pi­sie­run­gen, von gro­ßer Bedeu­tung (vgl. Baur 1999: 50f.). Obwohl im Gegen­satz zu in den 50er und 60er Jah­ren durch­ge­führ­ten For­schungs­ar­bei­ten zu Unter­schie­den zwi­schen den Geschlech­tern bezüg­lich Eigen­schaf­ten, Fähig­kei­ten und Cha­rak­ter­merk­ma­len ein Rück­gang von als geschlechts­ty­pisch bezeich­ne­ten Merk­mals­aus­prä­gun­gen zu ver­zeich­nen ist, neh­men Ste­reo­ty­pe im All­tags­wis­sen bewusst und unbe­wusst Ein­fluss (Gil­de­meis­ter 2009: 3). So wer­den mit Männ­lich­keit viel­fach Kraft und Durch­set­zungs­ver­mö­gen sowie Merk­ma­le wie aktiv, unab­hän­gig, ratio­nal und aggres­siv asso­zi­iert wäh­rend das Bild der Weib­lich­keit von Ästhe­tik und kör­per­li­cher Attrak­ti­vi­tät geprägt ist, sowie Frau­en mit Attri­bu­ten wie emo­tio­nal, sanft und als eher pas­siv kate­go­ri­siert wer­den (vgl. Baur 1999: 50f. u. Gil­de­meis­ter 2009: 3). Dies scheint sich auch immer noch in der geschlech­ter­ty­pi­schen Betei­li­gung im Sport wider­zu­spie­geln. In Sport­ar­ten „die einen har­ten kör­per­li­chen Ein­satz in direk­ter Aus­ein­an­der­set­zung mit Geg­nern ver­lan­gen“ (Baur 1999: 71), wie in vie­len Mann­schafts­sport­ar­ten und Kampf­sport­ar­ten, sind Frau­en teils stark unter­re­prä­sen­tiert.

 

3 Grundlagen der Sportart Jugger

Die Sport­art Jug­ger basiert auf dem aus­tra­li­schen post­apo­ka­lyp­ti­schen End­zeit­film „Die Jug­ger – Kampf der Bes­ten“, im eng­li­schen Ori­gi­nal „The Blood of Heroes“, aus dem Jahr 1989. Dar­in zie­hen Jug­ger-Mann­schaf­ten noma­den­gleich von Dorf zu Dorf und tre­ten wie Gla­dia­to­ren in bru­ta­len Wett­kämp­fen gegen­ein­an­der an, um als Sie­ger ihren Lebens­un­ter­halt zu ver­die­nen und einen Hun­de­schä­del als Tro­phäe zu erhal­ten. Aus Ide­en, die Kampf­sze­nen aus dem Film nach­zu­spie­len, ent­stan­den bei­na­he zeit­gleich ers­te Mann­schaf­ten in Ber­lin und Ham­burg. Im Lau­fe der Zeit wur­den Regel­wer­ke und gepols­ter­te Spiel­ge­rä­te für die unge­fähr­li­che Aus­übung des Sports wei­ter­ent­wi­ckelt und ver­bes­sert, neue Mann­schaf­ten kamen hin­zu, regio­na­le und deutsch­land­wei­te Tur­nie­re wur­den aus­ge­tra­gen. Mitt­ler­wei­le hat Jug­ger sich inter­na­tio­nal von Deutsch­land aus ver­brei­tet und 2014 fand die ers­te Welt­meis­ter­schaft in Deutsch­land statt (vgl. IQ5).

Die Mann­schafts­sport­art Jug­ger ver­eint Ele­men­te aus Sport­ar­ten wie Fech­ten, Rug­by oder auch dem Rin­gen. Zwei Mann­schaf­ten aus je fünf Spie­lern bestehend tre­ten in meh­re­ren Run­den gegen­ein­an­der an. Die Spiel­zeit wird in soge­nann­ten Stei­nen, dies sind 1,5‑Sekunden lan­ge Trom­mel­schlä­ge, ange­ge­ben. Zu Beginn eines Spiel­zu­ges lau­fen je vier Spie­ler mit gepols­ter­ten Sport­ge­rä­ten, den Pom­p­fen, aus­ge­stat­tet auf­ein­an­der zu und ver­su­chen sich in Zwei­kämp­fen abzu­tip­pen. Wer von einer Pomp­fe berührt wur­de muss sich hin­kni­en, 5 Zähl­zei­ten abwar­ten und darf erst danach wie­der auf­ste­hen und wei­ter­spie­len. Ziel des Spiels ist es, dass der fünf­te Spie­ler, der Läu­fer oder auch Qwik genannt, den Spiel­ball Jugg, der einem Hun­de­schä­del nach­emp­fun­den ist, aus der Mit­te des Spiel­fel­des im Tor (Mal) auf dem Boden der geg­ne­ri­schen Mann­schaft plat­ziert. Nur den bei­den Läu­fern ist es erlaubt, sich gegen­sei­tig direkt durch Kör­per­ein­satz wie Fest­hal­ten und Zu-Boden-Rin­gen am Wei­ter­kom­men zu hin­dern. Wel­che Mann­schaft nach Zeit­ab­lauf von meist zwei Halb­zei­ten mit je 100 Stei­nen Län­ge die meis­ten Punk­te erzielt hat, gewinnt (vgl. IQ3 u. IQ4).

Die Mann­schaf­ten sind meist gemischt-geschlecht­lich orga­ni­siert, was auf einen im All­ge­mei­nen gerin­gen Frau­en­an­teil, die Vor­bild­wir­kung des Films, eine gewis­se Anar­chie im Gegen­satz zu ande­ren Sport­ar­ten und den Spaß-Fak­tor zurück­ge­führt wird. Von zen­tra­ler Bedeu­tung sind gute Kom­mu­ni­ka­ti­on unter den Spie­lern sowie Fair­ness und Respekt.

 

4 Forschungsdesign

Um Ein­sich­ten in Her­stel­lungs­pro­zes­se von Geschlecht zu gewin­nen wird ver­sucht, die „eige­ne Gesell­schaft wie eine frem­de Kul­tur zu betrach­ten“ (Rie­graf 2010: 65). Dies wird in der eth­no­lo­gi­schen Feld­for­schung durch die Metho­de der teil­neh­men­den Beob­ach­tung ermög­licht, indem der/die Ethnologe/in sich den Men­schen, deren Ver­hal­ten zu unter­su­chen ist, anzu­pas­sen ver­sucht (vgl. Hau­ser-Schäub­lin 2003: 43). Teil­neh­men­de Beob­ach­tung besteht aus wider­sprüch­li­chem Ver­hal­ten, denn „Teil­nah­me bedeu­tet Nähe, Beob­ach­ten Distanz“ (Hau­ser-Schäub­lin 2003: 38). Sie basiert auf sozia­len Bezie­hun­gen zu den zu unter­su­chen­den Men­schen und hängt von der jewei­li­gen Situa­ti­on vor Ort und den Men­schen, die dar­an teil­neh­men und mit­ein­an­der inter­agie­ren ab und ist somit nicht genau gleich wie­der­hol­bar. Durch bewuss­te Auf­merk­sam­keit wird ver­sucht, selbst­ver­ständ­li­ches und nor­mal erschei­nen­des wahr­zu­neh­men. Das beob­ach­te­te Sozia­le wird als Richt­li­nie für das eige­ne Ver­hal­ten über­nom­men. Neben der phy­si­schen Prä­senz ist auch die sozia­le Nähe, die neben Sehen und Hören auch das Ein­füh­len und Mit­füh­len in die Men­schen bedeu­tet, für ein ver­tief­tes Ver­ste­hen von gro­ßer Bedeu­tung (vgl. Hau­ser-Schäub­lin 2003: 34 u. 37f.).

Als wich­ti­ges Ele­ment steht die teil­neh­men­de Beob­ach­tung im Mit­tel­punkt mei­ner metho­di­schen Her­an­ge­hens­wei­se. Nach Teil­nah­me an Trai­nings und Beob­ach­tun­gen vom Spiel­feld­rand aus fer­tig­te ich direkt danach Gedächt­nis­pro­to­kol­le an, da ich wäh­rend­des­sen kei­ne Noti­zen im Feld machen konn­te und woll­te, da ich immer im Gesche­hen invol­viert war oder nichts ver­pas­sen woll­te. Außer­dem sam­mel­te ich visu­el­les Mate­ri­al in Form von Fotos. Mei­ne eige­nen Beob­ach­tun­gen und Erfah­run­gen ergänz­te ich durch qua­li­ta­ti­ve leit­fa­den­ge­stütz­te Inter­views mit sechs Spie­le­rIn­nen und Team-Lei­te­rIn­nen unter­schied­li­cher Spiel­erfah­rung, die danach tran­skri­biert und aus­ge­wer­tet wur­den, sowie spon­ta­nen infor­mel­len Gesprä­chen mit Spie­le­rIn­nen wäh­rend und nach Trai­nings und Spie­len. Mei­ne Inter­view­part­ne­rIn­nen boten mir dabei ver­schie­de­ne Blick­win­kel: ent­we­der eine per­sön­li­che Sicht eines Ein­zel­nen über sich und ande­re oder eine teils gene­ra­li­sier­te Sicht der erfah­re­ne­ren Spie­le­rIn­nen über ande­re, durch lan­ge Mit­glied­schaft im Ver­ein und Erfah­run­gen von Tur­nier­teil­nah­men geprägt. Alle Befrag­ten waren dabei sehr offen für Inter­views und Nach­fra­gen. In die­sem Bericht habe ich die Namen der Spie­le­rIn­nen durch Buch­sta­ben und Num­mern ersetzt um Anony­mi­tät zu gewähr­leis­ten. Außer­dem beschäf­tig­te ich mich mit schrift­li­chen Mate­ria­li­en wie dem Jug­ger-Regel­werk und Inter­net­auf­trit­ten von deut­schen Jug­ger-Ver­ei­nen sowie dem auf dem die Sport­art basie­ren­den Film „Jug­ger – Kampf der Bes­ten“ und ließ auch dies in mei­ne For­schung ein­flie­ßen.

 

5 Durchführung der Forschung

5.1 Allgemeiner Ablauf und Akteure

Mei­ne Feld­for­schung führ­te ich haupt­säch­lich auf dem Sport­platz Zie­gel­wie­se in Hal­le (Saa­le) vom 05.06.15 bis 05.07.15 durch. Der gro­ße Sport­platz umfasst auf der einen Sei­te meh­re­re Ten­nis­plät­ze, die dann von einer gro­ßen Rasen­flä­che, wel­che durch einen Geh­weg getrennt wird und ver­schie­dens­ten Sport­le­rIn­nen zur glei­chen Zeit Platz bie­tet, abge­löst wird. Alle Sport­grup­pen wie Fuß­bal­ler, Leicht­ath­le­ten und Jug­ger spiel­ten mit gro­ßem Abstand von­ein­an­der, um sich nicht gegen­sei­tig zu stö­ren.

Der Zugang an das For­schungs­feld führ­te mich zunächst über Email-Kon­takt mit dem Vor­sit­zen­den des Ver­eins „Jug­ger Hal­le e.V.“ und einer Ter­min­ver­ein­ba­rung zur Teil­nah­me am Uni­ver­si­täts­sport­kurs „Jug­ger“. Nach­dem ich vom Spiel­lei­ter vor­ge­stellt wur­de und kurz allen Spie­le­rIn­nen mein For­schungs­vor­ha­ben mit Beto­nung von Anonym­mi­tät und Frei­wil­lig­keit erklärt hat­te, nahm ich sofort und jeden Frei­tag von 18:00 bis 19:30 Uhr an den Trai­nings des Kur­ses teil. Zusätz­lich nahm ich mit deren Spie­le­rIn­nen auch am Uni­ver­si­täts­sport­fest und dem 2. Spiel­tag der 2. Mit­tel­deut­schen Meis­ter­schaft im Jug­gern in Hal­le teil. Den insti­tu­tio­nel­len Rah­men der For­schung bil­de­te somit die Mar­tin-Luther-Uni­ver­si­tät Hal­le-Wit­ten­berg mit dem vom Uni­ver­si­täts­sport­zen­trum ange­bo­te­nen Sport­kurs „Jug­ger“. Die Bereit­stel­lung der Spiel­aus­rüs­tung sowie die Trai­ne­rIn­nen erfolg­ten durch den Ver­ein „Jug­ger Hal­le e.V.“.

Die für die For­schung wich­ti­gen Per­so­nen waren Jug­ger-Spie­le­rIn­nen des seit April 2015 neu bestehen­den Uni­ver­si­täts­sport­kur­ses und deren Kurs­lei­te­rIn­nen bei den Trai­nings sowie zusätz­lich Spie­le­rIn­nen der in Hal­le ansäs­si­gen Ver­ei­ne „Jug­ger Hal­le e.V.“ und „Ani­ma Equo­rum“ beim Unisport­fest sowie Spie­le­rIn­nen ande­rer deut­scher Jug­ger-Mann­schaf­ten bei der 2. Mit­tel­deut­schen Meis­ter­schaft. Alle Per­so­nen habe ich auf zwi­schen 20 und 35 Jah­re alt geschätzt, sie waren haupt­säch­lich Stu­den­ten oder schon im Berufs­le­ben ste­hend. Von Rele­vanz waren auch nicht-mensch­li­che Akeu­re. Dazu zäh­len die Spie­lu­ten­si­li­en wie der Spiel­ball Jugg, der wie ein Hun­de­schä­del aus Schaum­stoff geformt ist, die Tore des Spiels (Male) aus Schaum­stoff-Rin­gen, die Spiel­ge­rä­te, genannt Pom­p­fen, wel­che es in ver­schie­de­nen Aus­füh­run­gen gibt. Dazu gehö­ren Stab, Lang­pomp­fe, Kurz­pomp­fe und Schild, zwei Kurz­pom­p­fen und Q‑Tip. Die Ket­te stellt eine Son­der­form dar, denn sie darf im Gegen­satz zu den ande­ren Pom­p­fen nur von einem Spie­ler pro Team geführt wer­den. Außer­dem wich­tig sind Leib­chen zum Über­zie­hen und Auf­tei­len der Spie­le­rIn­nen auf zwei Mann­schaf­ten beim Trai­ning, ein blau­es Seil zum Abste­cken des Spiel­fel­des, eine Pau­ke für die Zäh­lein­hei­ten von 1,5 Sekun­den, genannt Stei­ne, die den Takt zum Abzäh­len der Straf­zei­ten vor­ge­ben. Außer­dem die Sport­klei­dung, das Regel­werk des Spiels und der Zeit­plan, Ruck­sä­cke und Taschen, Geträn­ke, Ver­pfle­gung und das Wet­ter, da die unter­such­ten Situa­tio­nen drau­ßen statt­fan­den.

 

5.2 Meine Rolle in der Forschung

Ich spiel­te mehr als eine pas­si­ve Zuschau­er­rol­le. Von Anfang an wur­de ich direkt in das Spiel ein­ge­bun­den, nahm wie die Stu­den­tIn­nen an den Auf­wärm-Übun­gen, Trai­nings, dem Unisport­fest und einen Tag an der Mit­tel­deut­schen Meis­ter­schaft teil. Durch die sofor­ti­ge Teil­nah­me am Trai­ning konn­te ich nicht nur Abläu­fe schnel­ler ver­ste­hen und mich bes­ser in die Spie­le­rIn­nen hin­ein­ver­set­zen, son­dern auch neue For­schungs­fra­gen ent­wi­ckeln. Zu Beginn lag mein Fokus dar­auf, das Spiel zu erler­nen, die Spie­le­rIn­nen ken­nen­zu­ler­nen und Ver­trau­en zu ihnen auf­zu­bau­en. Es fiel mir leicht, mich schnell in die Grup­pe zu inte­grie­ren. Das Zuge­hö­rig­keits­ge­fühl und die Akzep­tanz durch die ande­ren sind sicher auf die Homo­ge­ni­tät der aus Stu­den­tIn­nen bestehen­den Grup­pe, die erst seit kur­zem Jug­ger spiel­ten und mir somit ein leich­ter Ein­stieg in den Sport mög­lich war, aber auch die locke­re Spiel­at­mo­sphä­re, in der sich alle geduzt und mit Vor­na­men ange­spro­chen haben, zurück­zu­füh­ren. Dies zeig­te sich bei­spiels­wei­se dar­in, dass ich wie die ande­ren nach Trai­nings­en­de noch zum gemüt­li­chen Bier­trin­ken ein­ge­la­den wur­de und mir Ein­zel­trai­ning sowie die Teil­nah­me am Unisport­fest ange­bo­ten wur­den. Aller­dings wur­de ich auch mit Erwar­tun­gen oder Wün­schen kon­fron­tiert, immer beim Trai­ning mit­zu­ma­chen und an Wett­kämp­fen teil­zu­neh­men sowie Inter­es­sier­ten mei­ne For­schungs­er­geb­nis­se zur Ver­fü­gung zu stel­len.

Trotz­dem unter­schied sich mei­ne Rol­le von den Spie­le­rIn­nen, da ich zusätz­lich ver­schie­de­ne Rol­len ein­nahm, wie die der Foto­gra­fin oder Beob­ach­te­rin. Dadurch fühl­te ich mich mehr in der For­scher­rol­le und auch etwas von den ande­ren distan­ziert als beim Spie­len. In mei­ner Rol­le als Spiel­an­fän­ge­rin bekam ich immer wie­der nütz­li­che Tipps von ver­schie­de­nen Spie­le­rIn­nen, wur­de aber nicht extra geschont und war sofort im Spiel inte­griert.

Ein nicht zu unter­schät­zen­der Ein­fluss ist auch durch mein eige­nes Geschlechts bedingt. Nach Judith Stacey kann es kei­ne neu­tra­le Beob­ach­tung geben und eine selbst­re­fle­xi­ve Hal­tung der eige­nen Posi­ti­on und Hand­lun­gen sind bedeu­tend (vgl. Wal­dis 2009: 144). In mei­ner Rol­le als Frau konn­te ich die Erfah­rung machen, dass mir ein­mal von einem Mann eine leich­te­re Pomp­fe für das Trai­ning ange­bo­ten wur­de, wie schon zuvor einer ande­ren Spie­le­rin, obwohl ich kaum einen Gewichts­un­ter­schied fest­stel­len konn­te und die Spiel­ge­rä­te sowie­so aus leich­tem Mate­ri­al gebaut sind. Als Frau hat­te ich das Gefühl, in der von Über­zahl der Män­ner gekenn­zeich­ne­ten Grup­pe gern gese­hen zu sein, da Frau­en immer in der Unter­zahl waren und „es mit Frau­en ange­neh­mer zu spie­len“ (Aus­sa­ge M1) sei. Ein­mal ließ mich ein Spie­ler absicht­lich einen Spiel­zug gewin­nen indem er sag­te: „Schlag mich ab“. Außer­dem mach­te ich bei den Inter­views die Beob­ach­tung, dass ein Mann beim Inter­view­en von Män­nern viel­leicht ande­re Ant­wor­ten erhal­ten hät­te als ich, da ich fest­stell­te, dass Män­ner mir gegen­über bei­spiels­wei­se auf die Fra­ge nach geschlech­ter­be­zo­ge­nen Unter­schie­den, die eine Rol­le für das Jug­ger-Spiel spie­len könn­ten, oft aus­wei­chend reagier­ten und Frau­en bezüg­lich mög­li­cher kör­per­li­cher Benach­tei­li­gun­gen wie Kraft­un­ter­schie­den nicht dis­kri­mi­nie­ren woll­ten.

 

5.3 Ablauf Training

Die von mir beob­ach­te­ten sozia­len Situa­tio­nen fan­den unter ande­rem wäh­rend den Trai­nings­stun­den statt, daher beschrei­be ich zunächst den all­ge­mei­nen Ablauf einer Trai­nings­stun­de des Uni­ver­si­täts­sport­kur­ses. Schon vor 18 Uhr tra­fen die ers­ten Spie­le­rIn­nen ein, begrüß­ten sich, war­te­ten auf die rest­li­chen Spie­le­rIn­nen und unter­hiel­ten sich oder hal­fen den Team-Lei­te­rIn­nen beim Auf­bau des Spiel­fel­des. Meist begann das Trai­ning erst kurz nach 18 Uhr, da noch auf spä­ter ein­tref­fen­de Spie­le­rIn­nen gewar­tet wur­de. Das Auf­wär­men bestand aus locke­rem Ein­lau­fen um das Spiel­feld mit Varia­tio­nen wie Seit­wärts­lau­fen oder Knie­he­be­lauf und wur­de in einem gro­ßen Kreis ste­hend mit Dehn­übun­gen abge­schlos­sen. Anschlie­ßend dar­an folg­ten Übun­gen zum Trai­ning von Koor­di­na­ti­on oder Reak­ti­ons­fä­hig­keit durch schnel­le Abtipp-Spie­le mit Pom­p­fen. Danach folg­ten Erklä­run­gen vom Team­lei­ter zum jewei­li­gen Trai­nings­schwer­punkt des Tages, wie bei­spiels­wei­se dem Anti-Ket­ten-Trai­ning oder Stra­te­gie­trai­ning mit Vor­füh­rung der jewei­li­gen Übun­gen durch die bei­den Team­lei­te­rIn­nen. Nach die­sem spe­zi­el­len Trai­ning folg­te das eigent­li­che Jug­ger-Spiel, wofür man sich eine Pomp­fe und Spiel­po­si­ti­on aus­su­chen konn­te. Die Spie­le­rIn­nen wur­den dafür durch Abzäh­len und Ver­ga­be von gel­ben Tri­kots zur leich­te­ren Unter­schei­dung auf zwei Mann­schaf­ten auf­ge­teilt. Wäh­rend der gesam­ten Trai­nings­zeit gab es auch immer wie­der kur­ze Pau­sen zwi­schen den Ein­hei­ten, die für wei­te­re Erklä­run­gen oder Ankün­di­gun­gen durch den Team­lei­ter oder als Trink­pau­se genutzt wur­den. Nach Ende der offi­zi­el­len Trai­nings­zeit um 19:30 Uhr blie­ben meist noch vie­le Spie­le­rIn­nen da um „Zom­bie“, ein Spiel, bei dem jeder gegen jeden kämp­fen und sei­nen Gegen­spie­ler frei wäh­len kann, zu spie­len oder all­ge­mein wei­ter zu trai­nie­ren. Das Ende eines Trai­nings streck­te sich also über einen län­ge­ren Zeit­raum und wur­de end­gül­tig durch den Abbau des Spiel­fel­des und Trans­port der Spiel­ge­rä­te zum Auto des Team­lei­ters been­det.

 

5.4 Soziale Situationen

Der Fokus mei­ner Beob­ach­tun­gen lag einer­seits auf Situa­tio­nen, die den Spie­le­rIn­nen Wahl­mög­lich­kei­ten lie­ßen wie die Aus­wahl der Pomp­fe und der Umgang damit, die Wahl der Spiel­po­si­ti­on und die Wahl der Trai­nings­part­ne­rIn­nen oder Geg­ne­rIn­nen im Spiel. Als beson­ders inter­es­sant stell­ten sich dabei die Spiel­po­si­ti­on des Läu­fers sowie die Wahl und Nut­zung der Ket­te her­aus, da die­se nur für ein/n Spie­le­rIn pro Mann­schaft erlaubt ist. Ande­rer­seits waren das Spiel­ver­hal­ten und ver­ba­le sowie non-ver­ba­le Kom­mu­ni­ka­ti­on von gro­ßer Bedeu­tung.

 

6 Ergebnisse

Zunächst beschrei­be ich die par­ti­zi­pie­ren­den Akteu­re sowie die Orga­ni­sa­ti­on des Jug­ger-Sports bevor ich auf die Rol­le des Kör­pers ein­ge­he und Ver­hal­ten, Kom­mu­ni­ka­ti­on und sozia­le Situa­tio­nen mit Wahl der Pom­p­fen, Spiel­po­si­tio­nen und Geg­ne­rIn­nen ana­ly­sie­re.

 

6.1 Partizipation und Aufgabenverteilung

Wie im Film bestehen Jug­ger-Teams in der Regel über­wie­gend aus Män­nern, wobei es auch Aus­nah­men mit rei­nen Män­ner-Teams und ein­zel­ne Teams mit hohem Frau­en­an­teil gibt. Meist ist eine Quo­te mit einem Frau­en­an­teil von 30% nor­mal. Unter den Spie­le­rin­nen wären „rich­ti­ge Kampf­wei­ber“ (Aus­sa­ge M1), aber auch zier­li­che Frau­en, die dann die Rol­le des Läu­fers, der schnell und wen­dig sein muss, über­neh­men.

Bei Tur­nie­ren ist die Teil­nah­me von Frau­en jedoch meist noch gerin­ger und je höher ein Team in der Rang­lis­te der deut­schen Jug­ger-Liga ange­sie­delt ist, des­to weni­ger Frau­en sind in der Mann­schaft ver­tre­ten. Als Grün­de dafür wur­de mir genannt, dass in Tur­nie­ren ein „gewis­ser Biss“ bezüg­lich der Ent­schei­dungs­freu­dig­keit not­wen­dig sei und die meis­ten Frau­en „auf eine bestimm­te Art und Wei­se nicht spie­len“ (Zitat M1) woll­ten. Män­ner sei­nen wett­kampf­ori­en­tier­ter als Frau­en. Dies zeig­te sich auch im Ein­zel­in­ter­view mit einer Frau, die beton­te, dass sie Sieg oder Nie­der­la­ge nicht so ernst näh­me und ihr der Spaß und Lern­ef­fekt wich­ti­ger sei. Eine Frau sag­te mir aber auch, dass die Teil­nah­me an Tur­nie­ren anstren­gend sei und man viel Kraft benö­ti­ge um sich gegen über­wie­gend männ­li­che Geg­ner zu behaup­ten, sodass Frau­en auf­grund ihrer oft schwä­che­ren kör­per­li­chen Kon­sti­tu­ti­on im Nach­teil sein könn­ten. Bei den Anmel­dun­gen zum Uni­ver­si­täts­sport waren zwar vie­le Frau­en dabei, über das Semes­ter hat sich deren Anzahl aber ver­rin­gert. Eini­ge Frau­en kamen auch nur spo­ra­disch zu den Trai­nings, was laut einer Spie­le­rin dazu führ­te, dass sie eher im Rück­stand des Lern­fort­schritts wären. Was nie erwähnt wur­de, aber viel­leicht doch eine Rol­le spielt ist die Tat­sa­che, dass zumin­dest im Som­mer bei jedem Wet­ter drau­ßen gespielt wur­de. Mei­ne Ver­mu­tung ist, dass Frau­en im Gegen­satz zu Män­nern viel­leicht eher ungern im Regen und Schlamm sowie bei glü­hen­der Hit­ze spie­len oder Ver­let­zun­gen oder blaue Fle­cke befürch­ten.

Rei­ne Män­ner­mann­schaf­ten sei­en laut Aus­sa­ge eines Spie­lers nur für Män­ner, die Leis­tungs­sport betrei­ben wol­len. Dies impli­ziert, dass Frau­en zu einem locke­re­ren Spiel bei­tra­gen und es durch ihre Par­ti­zi­pa­ti­on weni­ger Kon­kur­renz­den­ken gibt. Mei­ne Ver­mu­tung bestä­tig­te sich in den Aus­sa­gen, dass Frau­en gern gese­hen sei­en, zu einer bes­se­ren Atmo­sphä­re und einem „ande­ren“ Umgang im Team bei­tra­gen, oft ihren „eige­nen Ein­fluss“ mit in jede Mann­schaft brin­gen und einen beru­hi­gen­den Ein­fluss auf das Spiel hät­ten (Aus­sa­gen M15). Män­ner äußer­ten sich als sehr froh dar­über, in gemischt-geschlecht­li­chen Mann­schaf­ten zu spie­len.

In man­chen Ver­ei­nen mit vie­len Spie­le­rIn­nen wer­den je nach Ehr­geiz und Erfah­rung Erst- und Zweit­teams gebil­det, auf die sich die Spie­le­rIn­nen je nach Wett­kampf­ori­en­tie­rung, Ein­stel­lung und Spiel­spaß auf­tei­len kön­nen, wobei hier­bei die Frau­en eher im Zweit­team, wel­ches weni­ger Wert auf Leis­tung leg­te und damit eine ent­spann­te­re Spiel­stim­mung auf­wei­se, ver­tre­ten sei­en.

All­ge­mein zeich­nen sich die Spie­le­rIn­nen oft durch eine hohe Affi­ni­tät zur Com­pu­ter­spiel­sze­ne aus, haben Erfah­rung im LARP (Live Action Role Play­ing) oder schon Vor­er­fah­rung in ver­schie­de­nen Kampf­sport­ar­ten, bevor sie meist über Freun­de und Mund­pro­pa­gan­da zum Jug­ger gekom­men sind.

Die Frau­en, mit denen ich gespro­chen habe, waren alle schon vor dem Beginn mit Jug­ger sport­lich im Frau­en­fuß­ball, Ken­do, Stab­hoch­sprung, Ham­mer­wer­fen, im Fit­ness-Cen­ter oder Jog­ging aktiv. Auch die meis­ten Män­ner waren schon vor Jug­ger sport­lich aktiv und haben Kampf­sport, Schwert­kampf oder Mann­schafts­sport­ar­ten betrie­ben, man­che bezeich­ne­ten sich aber auch als „Couch­pota­to“ oder haben vor­her noch nie pro­fes­sio­nell Sport betrie­ben son­dern eher Rol­len­spie­le gespielt. Vor­er­fah­run­gen aus dem Kampf­sport brin­gen zwar eine bes­se­re Fuß­stel­lung, bes­se­re Reak­ti­ons­zei­ten und mehr Beweg­lich­keit, kön­nen aber auch nach­tei­lig sein denn beim Jug­ger zäh­len nicht Kraft, son­dern Prä­zi­si­on und Schnel­lig­keit und man­chen Kampf­sport­le­rIn­nen fällt die­se Umstel­lung schwer.

Als Grün­de, war­um sie Jug­ger spie­len, nann­ten mir Frau­en, dass sie es moch­ten, dass zu Beginn alle auf dem glei­chen Niveau anfin­gen. Auch ein Mann nann­te die rela­tiv gerin­ge Ein­stiegs­hür­de als ide­al, aber er beton­te auch, dass egal wel­che kör­per­li­che Kon­sti­tu­ti­on Men­schen mit­brin­gen, für jede/n eine Spiel­po­si­ti­on dabei sei.

Die Hier­ar­chie im Uni­ver­si­täts­sport-Team und unter den Spie­le­rIn­nen war flach und nach einer Wei­le höchs­tens durch Trai­nings­vor­sprün­ge gekenn­zeich­net. Kla­rer war die Rol­len­ver­tei­lung im Ver­eins­le­ben oder beim Tur­nier. Obwohl mir zumin­dest von Män­nern zunächst gesagt wur­de, dass es kei­ne gro­ßen Unter­schie­de zwi­schen den Geschlech­tern gäbe, gab es doch eine gewis­se geschlech­ter­spe­zi­fi­sche Auf­ga­ben­ver­tei­lung. Bei einem Ver­ein waren für die Tak­tik­stel­lung immer nur Män­ner ver­ant­wort­lich. Dies führ­ten sie dar­auf zurück, dass Frau­en bis­her kei­ne Eigen­in­itia­ti­ve für die­se Auf­ga­be gezeigt hät­ten, es eine ver­ant­wor­tungs­vol­le, stres­si­ge und mit­un­ter undank­ba­re Auf­ga­be sein kann, wie M15 deut­lich mach­te: „Wenn was schief läuft, bis du Schuld. Wenn’s gut läuft, dann war’s natür­lich die Pomp­fe.“ Außer­dem muss man den Spie­le­rIn­nen rich­ti­ges Feed­back geben, lernt aber gleich­zei­tig auch sehr viel über die Spie­le­rIn­nen und das Spiel. Auch bei einem ande­ren Team über­nahm ein Mann bei einem Tur­nier die Auf­ga­be, die Spie­le­rIn­nen für die Mann­schafts­auf­stel­lung aus­zu­wäh­len. Außer­dem wur­den alle Ansa­gen wäh­rend des Tur­niers und die Sie­ger­eh­rung von einem Mann durch­ge­führt. Hier­bei muss natür­lich berück­sich­tigt wer­den, dass Frau­en meist in der Unter­zahl sind und somit bei ange­nom­me­ner pro­zen­tu­al glei­cher Ver­tei­lung von ihnen zah­len­mä­ßig weni­ger sol­cher Posi­tio­nen beset­zen wer­den könn­ten, aber auch nicht müss­ten.

Ein sehr kla­rer Unter­schied ist jedoch bei der Posi­ti­on des Ver­eins­vor­sit­zes oder der Ver­eins­lei­tung zu erken­nen. Sowohl in den von mir befrag­ten Ver­ei­nen als auch bei ande­ren im „Jug­ger Wiki“ auf­ge­führ­ten Ver­ei­nen hat­ten aus­nahms­los Män­ner das Amt des Vor­sit­zen­den inne (vgl. IQ1). Dies ist aber nach einer Unter­su­chung in vie­len Sport­ver­ei­nen der Fall:

Im Orga­ni­sa­ti­ons­be­reich ist die Per­so­nal­struk­tur der Sport­ver­ei­ne män­ner­do­mi­niert, Frau­en stel­len nur eine Min­der­heit in den Ehren­äm­tern des Orga­ni­sa­ti­ons­sek­tors. […] Eine beson­ders gra­vie­ren­de Unter­re­prä­sen­ta­ti­on der Frau­en fin­det sich in der Posi­ti­on der/des Vor­stands­vor­sit­zen­den; in über 90% der Sport­ver­ei­ne ist die­se Posi­ti­on von Män­nern besetzt.“ (Baur 1999: 111).

Dabei scheint auf ste­reo­ty­pe Annah­men von Weib­lich­keit zurück­ge­grif­fen zu wer­den, wonach Frau­en ungern Ver­ant­wor­tung über­neh­men oder sich reprä­sen­tie­ren wür­den (Hart­mann-Tews 2003: 175). Im Gegen­satz zur Reprä­sen­ta­ti­on nach außen schei­nen sich die Auf­ga­ben intern aber auch anders zu ver­tei­len denn bei einem Ver­ein lie­ge die Haupt­last der Orga­ni­sa­ti­on, die auch Pla­nun­gen der Anrei­sen auf Tur­nie­re umfasst, bei einer Frau. Und bei den auf einem Tur­nier anfal­len­den Auf­ga­ben wie die des/der Lini­en­rich­te­rIn oder des Trom­melns und Zäh­len der Zähl­zei­ten ver­tei­len sich die Auf­ga­ben auf bei­de Geschlech­ter.

 

6.2 Rolle des Körpers

Auch wenn Jug­ger prin­zi­pi­ell von jedem/r gespielt wer­den kön­ne gibt es kör­per­li­che Vor­aus­set­zun­gen, wie Schnel­lig­keit und Kraft, die eben­so wie eine gute Kon­di­ti­on und Fit­ness von Vor­teil sein kön­nen. Außer im Läu­fer­kampf fin­det kein direk­ter Kör­per­kon­takt statt, man tippt sich nur mit den Pom­p­fen ab und die Tref­fer­zo­ne ist der gan­ze Kör­per bis auf Kopf und Hän­de.

Im Zusam­men­hang zwi­schen Geschlecht und Kör­per spie­len mate­ri­el­le Arte­fak­te wie geschlecht­lich codier­te Klei­dungs­stü­cke eine wich­ti­ge Rol­le. Sie kön­nen zur Neu­tra­li­sie­rung der Geschlech­ter­dif­fe­renz bei­tra­gen oder durch die (Nicht-)Anwendung deko­ra­ti­ver Insze­nie­rungs­mit­tel Geschlecht kon­stru­ie­ren (vgl. Hart­mann-Tews 2003: 235f.) Zu den Zei­chen des gen­derns wer­den neben Mode und Fri­sur auch geschlecht­lich codier­te Mit­tel wie Acces­soires und Schmuck sowie „die Beto­nung der sekun­dä­ren Geschlechts­merk­ma­le durch eng­an­lie­gen­de Klei­dung“ gezählt. (Hart­mann-Tews 2003: 131).

Die Teil­neh­men­den des Uni­ver­si­täts­sports tru­gen nor­ma­le Sport- oder Frei­zeit­klei­dung. Die Frau­en tru­gen meist eng­an­lie­gen­de Tops aber auch nor­mal­ge­schnit­te­ne T‑Shirts und kur­ze Shorts. Eine Frau beton­te, dass sie nor­ma­ler­wei­se Leggins trug, sich dann aber eine kur­ze, wei­te Hose zum dar­über zie­hen gekauft habe, auch wegen Fuß­bal­lern am Feld neben­an, wohl um kei­ne Bli­cke auf sich zu zie­hen oder die Geschlech­ter­dif­fe­renz zu neu­tra­li­sie­ren. Die meis­ten Män­ner tru­gen dunk­le oder schwar­ze T‑Shirts, oft mit Fan­ta­sy-Auf­dru­cken, und sowohl knie­lan­ge wie auch län­ge­re dunk­le Hosen und Turn­schu­he, aber kei­ne spe­zi­el­le Sport­klei­dung. Im Unter­schied dazu tru­gen die Ver­eins­spie­le­rIn­nen eige­ne Ver­eins­tri­kots, die bei­den Teams in Hal­le ent­we­der rote Shirts mit Ver­eins­lo­go, Name und Num­mer und gleich­far­bi­ge kur­ze Hosen oder in schwarz-gelb gehal­te­ne Ver­ein­s­klei­dung sowie Knie­scho­ner.

Schmuck wie Ket­ten und Ohr­rin­ge soll­ten vor dem Spiel wegen Ver­let­zungs­ge­fahr abge­nom­men wer­den, trotz­dem tru­gen die Spie­le­rIn­nen gera­de auf der Mit­tel­deut­schen Meis­ter­schaft eine Rei­he von ande­ren Acces­soires. Auf­grund der enor­men Hit­ze und Son­nen­ein­strah­lung tru­gen Frau­en wie Män­ner Son­nen­bril­len, Stroh­hü­te und Tücher auf den Köp­fen und lie­fen teils bar­fuß her­um. Als eben­so geschlechts­neu­tral nahm ich Pier­cings und bun­te Stoff­arm­bän­der von Kon­zer­ten und Fes­ti­vals wahr. Ein Team fiel durch rote und schwar­ze Strei­fen als Gesichts­be­ma­lung auf und ein Spie­ler trug eine schwar­ze Mas­ke aus Leder, die wohl den Zweck haben soll­te, sei­ne Mimik vor dem Geg­ne­rIn­nen zu ver­ber­gen und so bes­se­re Chan­cen im Spiel zu haben. Auf­fäl­lig war, dass in einem Team ein Mann genau­so wie zwei der drei anwe­sen­den Frau­en sei­ne Fin­ger­nä­gel in der Team­far­be Blau lackiert hat­te.

Auf der Mit­tel­deut­schen Meis­ter­schaft konn­te ich außer­dem eine gro­ße Diver­si­tät an Typen und Fri­su­ren unter den Spie­le­rIn­nen fest­stel­len. Rote Dre­ad­locks eben­so wie kur­ze Haa­re mit Ohr­ring und Ohr-Pier­cings, einem erns­ten Blick und einem eher bur­schi­ko­sen Auf­tre­ten, eine quir­li­ge Frau mit lan­gen roten Haa­ren, aber auch eine klei­ne, mäd­chen­haft wir­ken­de Frau die viel gelacht hat. Auch bei den Män­nern gab es eine gro­ße Diver­si­tät an Typen: von kur­zen über lan­ge Haa­ren und Side­cuts, klei­ne und gro­ße Män­ner, ath­le­tisch und schlank oder mit Ansät­zen eines Bier­bau­ches. Die Aus­sa­ge, dass Jug­ger ein Sport für Indi­vi­dua­lis­ten sei, schien sich mei­ner Mei­nung nach in der Dar­stel­lung des Kör­pers wider­zu­spie­geln.

 

6.3 Verhalten und Kommunikation

Der Umgang unter den Spie­le­rIn­nen war von Höf­lich­keit und Respekt geprägt, man ent­schul­dig­te sich bei unab­sicht­lich har­ten Tref­fern, äußer­te Lob und Kri­tik durch Zuni­cken, Klat­schen, Tipps und Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge. Bezüg­lich der Laut­stär­ke fiel mir auf, dass Män­ner beim Tur­nier auf dem Spiel­feld oft lau­ter waren als Frau­en. Dies zeig­te sich in Schlacht­ru­fen, Anfeue­rung des Teams, Kampf­sprü­chen, Rufen des Team-Namens oder dar­in, dass sie ihr Miss­fal­len ver­bal aus­drück­ten, wenn sie getrof­fen wur­den. Frau­en wür­den dies zwar auch machen, aber deut­lich sel­te­ner und es hän­ge auch vom jewei­li­gen Cha­rak­ter ab.

Bezüg­lich des sprach­li­chen Aus­drucks war auf­fal­lend, dass Frau­en bei­spiels­wei­se eben­so wie Män­ner als „Läu­fer“ anstatt „Läu­fe­rin“ bezeich­net wur­den. Bei den Inter­views fiel mir auf, dass Män­ner neu­tra­ler und zurück­hal­ten­der auf Fra­gen nach geschlech­ter­spe­zi­fi­schen Unter­schie­den ant­wor­te­ten und häu­fig sag­ten, dass Geschlecht kei­nen oder wenig Ein­fluss im Jug­ger-Sport hät­te. Ich ver­mu­te, dass eini­ge auf­grund von sozia­ler Erwünschtheit Fra­gen anders beant­wor­te­ten und „nor­ma­ti­ve Erwar­tun­gen der Gleich­be­rech­ti­gung inter­na­li­siert“ (Hart­mann-Tews 2003: 228) hat­ten. Sie über­leg­ten auch oft kurz bevor sie ant­wor­te­ten und ach­te­ten auf eine bedach­te Wort­wahl indem Frau­en oft als „Damen“ im Gegen­satz zu Män­nern als „Ker­le“ bezeich­net wur­den und all­ge­mein auf eine respekt­vol­le Spra­che ach­te­ten. Frau­en schie­nen mir offe­ner und zeig­ten sehr wohl geschlecht­lich beding­te Unter­schie­de auf. Auf die Fra­ge, war­um bei Tur­nie­ren so weni­ge Frau­en dabei sei­en sag­te W1 bei­spiels­wei­se:

Ich glau­be auch des hat was mit Kraft zu tun. Dass du dich halt irgend­wann ein­fach nicht mehr gegen Geg­ner durch­set­zen kannst, die dich ein­fach nur noch mit Kraft run­ter­spieln. […] Also in dem Moment, wenn du ne Frau in der Linie hast, hast du DA spä­tes­tens n Nach­teil.“

Die Dis­kre­panz zwi­schen Aus­sa­gen und Hand­lun­gen wird im sozia­len Ver­hal­ten deut­lich. Män­ner gin­gen oft selbst­be­wuss­ter und aggres­si­ver in den Kampf, vor allem, wenn sie gegen ande­re Män­ner antra­ten und stell­ten sich eher Her­aus­for­de­run­gen. Sie kämpf­ten im Gegen­satz zu den Frau­en auch nach dem Spiel oder außer­halb der Trai­nings­ein­hei­ten spie­le­risch mit­ein­an­der und man kön­ne Män­ner auch „bes­ser aus der Reser­ve locken“ (Aus­sa­ge M2). Män­ner stell­ten sich anders in Zwei­kämp­fe, hät­ten eine höhe­re Schlag­fre­quenz und spiel­ten mit mehr Kraft­ein­satz und wer­fen sich auch „ger­ne mal mit vol­lem Kör­per rein und auf den Boden“ (Aus­sa­ge M15).

Frau­en hin­ge­gen waren und wur­den mir als weni­ger aggres­siv beschrie­ben, sie über­leg­ten län­ger und plan­ten ihre Angrif­fe bes­ser, waren eher defen­siv ori­en­tiert und spiel­ten lie­ber gegen Spie­le­rIn­nen glei­chen Niveaus. Ihnen waren Lern­ef­fekt und Spiel­spaß wich­ti­ger, sie woll­ten aber auch gewin­nen. Ein Mann sag­te mir, dass er lie­ber mit Frau­en trai­nie­re, da die­se weni­ger erfolgs­ori­en­tiert wären. Frau­en hät­ten den bes­se­ren Über­blick als Män­ner, sie war­te­ten ab wäh­rend „Män­ner ein­fach drauf­los pom­p­fen“ (Zitat W12), spiel­ten kon­trol­lier­ter und auch ein biss­chen dis­zi­pli­nier­ter.

Beim Tur­nier fiel mir außer­dem auf, dass die Spie­le­rin­nen weni­ger zwi­schen den Zel­ten und ver­schie­de­nen Teams umher­lie­fen und sich mit ande­ren Teams unter­hiel­ten, son­dern eher bei ihrem Team blie­ben. Im Gegen­satz zu den Män­nern gab es auch Frau­en, die zusa­hen, aber nicht mit­spiel­ten. Beim Uni­ver­si­täts­sport­fest bestan­den die Zuschau­er zu zwei Drit­teln aus Frau­en, die sich zu zweit oder dritt auf dem Rasen sit­zend unter­hiel­ten, in ihre Han­dys tipp­ten oder beim Spiel zusa­hen.

Von beson­de­rer Wich­tig­keit ist auch der Blick­kon­takt, da man an den Augen­be­we­gun­gen die Akti­on des Gegen­übers vor­aus­se­hen kann. Geschlech­ter­un­ab­hän­gig ent­wi­ckel­ten die Spie­le­rIn­nen mit der Zeit ein „Poker­face“ oder einen „star­ren Blick“. „Die bes­se­ren Spie­ler las­sen sich da nich viel anmer­ken. Die schau­en dir eis­kalt ins Auge und schla­gen zu“ (Zitat M15). Wie wich­tig die Mimik ist wur­de mir anfangs bewusst, als mich ein Spie­ler mit „Zeig nicht, dass du Angst hast!“ auf mei­nen Gesichts­aus­druck auf­merk­sam mach­te.

Bezüg­lich der Fair­ness im Spiel war für mich kein Unter­schied zwi­schen den Geschlech­tern erkenn­bar und Aus­sa­gen bestä­tig­ten, dass Fair­ness am meis­ten unter dem Ehr­geiz lei­de und nicht mit dem Geschlecht zusam­men­hin­ge.

 

6.4 Ausgewählte soziale Situationen

Im Fol­gen­den geht es um die Wahl der Spiel­ge­rä­te, Spiel­po­si­tio­nen und der Trai­nings­part­ne­rIn­nen oder Geg­ne­rIn­nen.

Aus­sa­gen zur geschlech­ter­spe­zi­fi­schen Wahl der Pom­p­fen waren oft unter­schied­lich oder mir wur­de gesagt, dass man das nicht so ein­fach nach Geschlecht unter­schei­den kön­ne. Bei Anfän­gern wer­de viel aus­pro­biert und der Stab sei eine „klas­si­sche Män­ner-Pomp­fe“ (Zitat W1). Somit sind gene­rel­le Aus­sa­gen schwie­rig, aber mei­ne Erkennt­nis­se haben sich im Lau­fe des For­schungs­pro­zes­ses ver­än­dert. Wo ich anfangs noch kla­re Unter­schie­de aus­zu­ma­chen ver­such­te wur­de mir spä­ter klar, dass es nicht immer vom Geschlecht abhängt, wel­che Pomp­fe mal wählt. Es kommt mehr auf die Reich­wei­te der Arme an und dar­auf, Reich­wei­ten­un­ter­schie­de aus­zu­glei­chen.

Trotz­dem gibt es Unter­schie­de zwi­schen den Geschlech­tern: Schild und Kurz­pomp­fe sowie die Ver­wen­dung von zwei Kurz­pom­p­fen wer­den so gut wie nur von Män­nern gewählt. Dies wur­de auf eine Affi­ni­tät zu Mit­tel­al­ter­kämp­fen zurück­ge­führt oder dass Män­ner „ein biss­chen den his­to­ri­schen Krie­ger“ (Zitat M1) spie­len möch­ten und Schild und Kurz­pomp­fe an Kampf­sze­nen aus Fil­men erin­ner­ten. Frau­en hin­ge­gen wähl­ten die Pom­p­fen eher danach aus, was für sie am bes­ten funk­tio­niert. Häu­fig spie­len sie mit dem Q‑Tip, der die größ­te Reich­wei­te hat und auch gut zur Ver­tei­di­gung und zum Dop­pel­pin­nen der Geg­ner geeig­net ist.

Je nach Spiel­po­si­ti­on hat man ande­re Auf­ga­ben. Als Pom­p­fer hat man Zwei­kämp­fe zu gewin­nen und den Läu­fer vor den Geg­nern zu schüt­zen und ihm dabei zu hel­fen, den Jugg zu bekom­men und zum Mal zu brin­gen. Zu den wich­tigs­ten Spiel­po­si­tio­nen gehö­ren die des Läu­fers und Ket­ten­spie­lers, daher habe ich mich auf die­se bei­den kon­zen­triert.

Als Läu­fe­rIn, genannt Qwik, hat man eine beson­de­re Posi­ti­on und Auf­ga­be: man läuft und bleibt zunächst hin­ter der durch die ande­ren Spie­ler gebil­de­ten Linie und beob­ach­tet sie bei Zwei­kämp­fen um sich in einem güns­ti­gen Moment flink den Jugg zu schnap­pen und schnell in Mal am ande­ren Spiel­feld­rand zu plat­zie­ren, um einen Punkt zu machen. Somit haben sie einen bes­se­ren Über­blick über das Spiel­ge­sche­hen und koor­di­nie­ren auch die ande­ren Spie­le­rIn­nen im Team, rufen ihnen Hin­wei­se und Tipps zu. Läu­fe­rIn­nen sind auch die ein­zi­gen, die mit ähn­li­chem Kör­per­ein­satz wie bei­spiels­wei­se im Rin­gen gegen­ein­an­der kämp­fen dür­fen, um sich gegen­sei­tig den Jugg weg­zu­neh­men oder sich am Lau­fen zu hin­dern. Man­che Teams hät­ten regel­mä­ßig Läu­fe­rin­nen, obwohl es im Läu­fer­zwei­kampf oft durch den Kör­per­kon­takt hart zuge­he. Dabei wur­de mir aber gesagt, dass Frau­en dabei durch­aus einen Vor­teil hät­ten, da Män­ner sich bei ihnen oft nicht trau­en wür­den, „rich­tig zuzu­pa­cken“ (Zitat M16) und sie weni­ger am Wei­ter­kom­men gehin­dert wür­den.

Ket­ten­spie­le­rIn­nen haben, wenn sie die Ket­te gut beherr­schen und schnell sind, durch deren Reich­wei­te eine sehr hohe Tref­fer­wahr­schein­lich­keit und kön­nen schnell vie­le Geg­ne­rIn­nen tref­fen und so ent­schei­dend zum Sieg der eige­nen Mann­schaft bei­tra­gen. Im Trai­ning und beim Unisport­fest konn­te ich beob­ach­ten, dass nur Män­ner Ket­te gespielt haben, wäh­rend sich die Frau­en den Stab oder Q‑Tip als bevor­zug­te Pom­p­fen aus­ge­wählt hat­ten. Zu den Grün­den war­um Frau­en sel­ten Ket­te spie­len, wur­den mir zahl­rei­che genannt. Man steht als Ket­ten­spie­le­rIn „total im Mit­tel­punkt des Spiels“, muss „Druck machen“ (Aus­sa­gen W1), ist zu einem gro­ßen Teil für den Erfolg des gan­zen Teams ver­ant­wort­lich und es sei auch kör­per­lich „übelst anstren­gend“. Eine Aus­sa­ge einer Spie­le­rin war außer­dem, dass sie das Ket­ten­spiel noch nie aus­pro­biert habe und sie sich noch nicht getraut hat obwohl sie es „schon cool fin­det“ (Zitat W2). Dies zeigt, dass Frau­en sich wohl lie­ber im Hin­ter­grund hal­ten, ungern die meis­te Ver­ant­wor­tung über­neh­men wol­len und sich selbst weni­ger zutrau­en, wenn sie sich gar nicht erst trau­en, den Umgang mit der Ket­te zu üben. Was dazu auch bei­tra­gen könn­te ist viel­leicht der grö­ße­re Anteil männ­li­cher Spie­ler, denen Frau­en dann die­se Auf­ga­ben über­las­sen, auch weil sie so sozia­li­siert wur­den, dass eher Män­ner ver­ant­wor­tungs­vol­le Posi­tio­nen über­neh­men soll­ten.

Bei Trai­nings­ein­hei­ten mit Kör­per­kon­takt wie dem Läu­fer­trai­ning wur­den Trai­nings­part­ne­rIn­nen wenn mög­lich oft gleich­ge­schlecht­lich aus­ge­sucht. Trotz­dem schien für die Wahl des Geg­ners oder der Geg­ne­rin weni­ger das Geschlecht als die Kör­per­grö­ße oder das Kön­nen wie Prä­zi­si­on oder Schnel­lig­keit rele­vant zu sein. War der/die Gegen­spie­le­rIn grö­ßer als man selbst, dann hat­te er oder sie eine grö­ße­re Reich­wei­te der Arme und somit einen Vor­teil beim Abtip­pen. Klei­ne Spie­le­rIn­nen hin­ge­gen böten weni­ger Angriffs­flä­che und konn­ten auch schwie­ri­ger zu tref­fen sein.

Manch­mal spiel­te aber auch die Pomp­fe des Gegen­übers eine Rol­le. Die Ket­te war dabei die am meis­ten „gefürch­te­te“ Pomp­fe, der vie­le aus dem Weg gin­gen. Dies liegt dar­an, dass auf Ket­te spe­zia­li­sier­te Spie­le­rIn­nen eine hohe Tref­fer­wahr­schein­lich­keit hat­ten und man ler­nen muss­te, sich gegen Ket­ten­spie­le­rIn­nen anders zu ver­tei­di­gen.

Unter­schie­de stell­te ich auch in Bezug auf neue Her­aus­for­de­run­gen bei der Unisport­spie­le­rIn­nen fest. Frau­en such­ten sich zumin­dest im Anfän­ger­sta­di­um lie­ber Geg­ne­rIn­nen auf glei­chem Niveau und woll­ten Spaß am Spiel haben. „Nein, gegen den spiel ich nicht, da ver­lier ich immer“ (Zitat W5) sag­te eine Frau zwar in spa­ßi­gem Ton, es zeig­te aber doch, dass sie sich die Geg­ne­rIn­nen bewusst nach Kön­nen aus­wähl­te. Auch das bewuss­te Ver­mei­den des Spie­lens gegen eine Ket­te oder die Ein­nah­me der Läu­fer­po­si­ti­on wur­den von einer Frau genannt.

Män­ner hin­ge­gen such­ten eher Her­aus­for­de­run­gen und tra­ten auch gern gegen erfah­re­ne­re Spie­le­rIn­nen aus dem Ver­ein an, aber auch gegen Spie­le­rIn­nen, die ihnen kör­per­lich hin­sicht­lich Kör­per­grö­ße, Reich­wei­te der Arme oder Schnel­lig­keit eben­bür­tig waren.

 

7 Fazit

Mei­ne For­schungs­er­geb­nis­se kön­nen nicht gene­rell ver­all­ge­mei­nert wer­den, da jedes Team indi­vi­du­ell ist und ich im Rah­men der For­schung nur eine begrenz­te Anzahl an Spie­le­rIn­nen befragt habe. Die Kon­struk­ti­on von Geschlecht­lich­keit konn­te ich in ver­schie­dens­ten Situa­tio­nen beob­ach­ten. Eine wich­ti­ge Rol­le spie­len sowohl äußer­li­che Merk­ma­le wie Klei­dung aber auch die auf sozia­len Kon­ven­tio­nen beru­hen­den Ver­hal­tens­wei­sen. Obwohl die Kör­per­kon­sti­tu­ti­on wie die Reich­wei­te der Arme im Spiel oft mehr zäh­len als das bio­lo­gi­sche Geschlecht, spielt es den­noch eine wich­ti­ge Rol­le, da die kul­tu­rel­le Codie­rung der Kör­per mit zur Repro­duk­ti­on des sozia­len Geschlechts bei­trägt. Inter­ak­ti­ons­zu­sam­men­hän­ge im Sport sind nicht Nor­men- und Vor­ur­teils­frei und es hat sich teils klar gezeigt, dass die Inter­ak­tio­nen auf Klas­si­fi­ka­tio­nen und Typi­sie­run­gen beru­hen und unbe­wusst und auto­ma­tisch ablau­fen. Die Art der gemischt­ge­schlecht­li­chen Orga­ni­sa­ti­on der Mann­schaf­ten im Jug­ger trägt mei­ner Mei­nung nach dazu bei, die Rele­vanz der Geschlech­ter­un­ter­schei­dung gering zu hal­ten. Trotz­dem sind neben der Tat­sa­che der gerin­ge­ren Betei­li­gung von Frau­en, der gesell­schaft­li­chen Sozia­li­sa­ti­on im Sport und durch inkor­po­rier­tes Wis­sen zum geschlech­ter­kon­for­men Ver­hal­ten Mus­ter und Vor­be­din­gun­gen vor­han­den, die sich stän­dig repro­du­zie­ren und gen­der kon­stru­ie­ren. Somit wur­de mir auch klar, wie wich­tig mul­ti­dis­zi­pli­na­re Ansät­ze und der Ein­be­zug von Ele­men­ten aus den Mikro‑, Meso- und Makro­ebe­nen der Geschlech­ter­for­schung und ihrer Bezie­hun­gen zuein­an­der für eine eth­no­lo­gi­sche For­schung sind.

 

 

Dank­sa­gung

Ich möch­te mich bei allen Jug­ger-Spie­le­rIn­nen des Uni­ver­si­täts­sports Hal­le vom Som­mer­se­mes­ter 2015 sowie diver­ser auf der 2. Mit­tel­deut­schen Meis­ter­schaft in Hal­le anwe­sen­den Jug­ger-Teams und dem Jug­ger Hal­le e.V. bedan­ken, bei und mit denen ich mei­ne Feld­for­schung durch­füh­ren durf­te. Beson­de­rer Dank gilt dabei den­je­ni­gen, mit denen ich per­sön­li­che Inter­views und Gesprä­che durch­füh­ren durf­te.

Hal­le (Saa­le), den 30.11.15

Sabri­na Reis

 

 

Anhang

Literatur- und Quellenverzeichnis

Lite­ra­tur­ver­zeich­nis

Baur, Jür­gen & Jochen Beck unter Mitarb. von Tho­mas Qui­litz 1999. Ver­eins­or­ga­ni­sier­ter Frau­en­sport. Aachen: Mey­er & Mey­er Ver­lag.

Beres­will, Mecht­hild & Katha­ri­na Liebsch (Hrsg.) 2013. Geschlecht (re)konstruiert. Zur metho­do­lo­gi­schen und metho­di­schen Pro­duk­ti­vi­tät der Frau­en- und Geschlech­ter­for­schung. Müns­ter: Ver­lag West­fä­li­sches Dampf­boot.

Gil­de­meis­ter, Regi­ne 2009. Sozia­le Kon­struk­ti­on von Geschlecht. Theo­rie­an­ge­bo­te und offe­ne Fra­gen. Weinheim/München: Juven­ta, 1–16.

Hart­mann-Tews, Ilse 2003. Sozia­le Kon­struk­ti­on vom Geschlecht im Sport. Wies­ba­den: Sprin­ger.

Hart­mann-Tews, Ilse 2006. Hand­buch Sport und Geschlecht. Schorn­dorf: Hof­mann.

Hau­ser-Schäub­lin, Bri­git­ta 2003. Teil­neh­men­de Beob­ach­tung. In: Bet­ti­na Beer (Hrsg.): Metho­den und Tech­ni­ken der Feld­for­schung. Ber­lin: Diet­rich Rei­mer Ver­lag, 33–54.

Meu­ser, Micha­el 2010. Kör­per­dis­kur­se und Kör­per­pra­xen der Geschlech­ter­dif­fe­renz. In: Bri­git­te Aulen­ba­cher, Micha­el Meu­ser & Bir­git Rie­graf (Verf.): Sozio­lo­gi­sche Geschlech­ter­for­schung. Eine Ein­füh­rung. Wies­ba­den: VS Ver­lag für Sozi­al­wis­sen­schaf­ten, 125–140.

Rie­graf, Bir­git 2010. Kon­struk­ti­on von Geschlecht. In: Bri­git­te Aulen­ba­cher, Micha­el Meu­ser & Bir­git Rie­graf (Verf.): Sozio­lo­gi­sche Geschlech­ter­for­schung. Eine Ein­füh­rung. Wies­ba­den: VS Ver­lag für Sozi­al­wis­sen­schaf­ten, 59–77.

Wal­dis, Bar­ba­ra 2009. Sozi­al­an­thro­po­lo­gi­sche For­schung. Femi­nis­ti­sche Per­spek­ti­ven auf Migra­ti­on im trans­na­tio­na­len Raum. In: Hel­ma Lutz (Hrsg.): Gen­der Mobil. Geschlecht und Migra­ti­on in trans­na­tio­na­len Räu­men. Müns­ter: Ver­lag West­fä­li­sches Dampf­boot, 142–157.

 

Inter­net­quel­len

IQ1: Das Jug­ger Wiki 2015. Wer macht was? http://wiki.jugger.org/doku.php?id=werwasmacht:werwasmacht (auf­ge­ru­fen am 28.09.2015)

IQ2: Hirschau­er, Ste­fan 2014. Wozu Gen­der Stu­dies? For­schung & Leh­re http://www.forschung-und-lehre.de/wordpress/?p=17324&print=1 (auf­ge­ru­fen am 17.11.2015)

IQ3: Jug­ger Hal­le e.V. 2011. Was ist Jug­ger? https://jugglersjugg.wordpress.com/was-ist-jugger/ (auf­ge­ru­fen am 19.06.2015)

IQ4: Schliep, Jan 2015. Pro­ject [PI] Inter­net. Por­tal Jug­ger Com­mu­ni­ty http://www.jugger.org/portal (auf­ge­ru­fen am 28.09.2015)

IQ5: Wicken­häu­ser, Ruben. Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Jug­ger. http://jugger.uhusnest.de/neueab/jugger_historie.pdf (auf­ge­ru­fen am 17.11.2015)

 

Interviewleitfaden

Fra­gen an Spie­le­rIn­nen vom Uni­ver­si­täts­sport

Wie bist du zu dem Sport gekom­men? Gibt es für dich eine Ver­bin­dung zu LARP?

Was ist dei­ne Moti­va­ti­on dafür, war­um machst du beim Jug­gern mit?

All­ge­mein Moti­va­ti­on zum Sport?

Wel­che ande­ren Sport­ar­ten machst du/hast du vor­her gemacht?

Was macht dir an der Sport­art am meis­ten Spaß?

Hast du eine Lieb­lings-Pomp­fe und wenn ja, war­um?

Wie fin­dest du das Ket­ten­spiel? Machst du das ger­ne?

Hast du eine/n Lieblingsgegner/in im Zwei­kampf?

Gegen wen trittst du am Liebs­tem im Zwei­kampf an und war­um? Gegen wen lie­ber nicht?

Fin­dest du, dass es einen Unter­schied gibt, ob du gegen Frau­en oder Män­ner antrittst?

Siehst du Unter­schie­de, ob beim Trai­ning oder im Zwei­kampf zwi­schen Frau­en und Män­nern?

Fair­ness: Hast du beim Abzäh­len der Stei­ne oder beim Abge­tippt Wer­den schon ein­mal bemerkt, dass jemand schum­melt oder hast du sel­ber schon ein­mal geschum­melt?

Hast du vor­her schon ande­re Sport­ar­ten in Rich­tung Kampf­sport oder Mann­schafts­sport gemacht?

Ach­test du wegen Sport spe­zi­ell auf dei­ne Ernäh­rung, also ernährst du dich beson­ders aus­ge­wo­gen?

Wie fühlst du dich nach einem Sieg oder einer Nie­der­la­ge bei Zwei­kämp­fen und wie gehst du damit um, auch im Tur­nier?

Wie wählst du dei­ne Sport­klei­dung aus?

 

Fra­gen an Ver­eins­lei­te­rIn­nen / Team­lei­te­rIn­nen

Wie bist du zum Jug­ger-Sport gekom­men?

Wie sieht eine opti­ma­le Trai­nings­stun­de aus?

War­um gibt es kei­ne Tren­nung Mann/Frau beim Jug­ger?

Wie ernst wer­den Wett­kämp­fe und Tur­nie­re genom­men? Gibt es Unter­schie­de zwi­schen den Geschlech­tern?

Was macht das Spiel anders, wenn Frau­en dabei sind (Frau­en sind meist in Unter­zahl)?

Wie zei­gen sich Unter­schie­de zwi­schen männ­li­chen und weib­li­chen Teil­neh­me­rIn­nen (bei­spiels­wei­se bezüg­lich Wett­kampf­geist, Wich­tig­keit des Regel­werks, etc.)?

Gibt es „Lieb­lings­geg­ne­rIn­nen“ und wenn ja, war­um?

Wie läuft die Orga­ni­sa­ti­on und Auf­ga­ben­ver­tei­lung in der Ver­eins­ar­beit ab?

Was ist der soge­nann­te und oft erwähn­te „Nerd-Fak­tor“? Zusam­men­hang zu LARP?

Wie kam das Ver­eins­lo­go zustan­de?

Auf wel­cher Basis und von wem wird die Tak­tik erstellt?

Erkennst du Unter­schie­de zwi­schen den Geschlech­tern im kämp­fe­ri­schen Aus­druck?