Die Herrschaft der Regel: Bürokratisierung der Universität

Die Herrschaft der Regel: Bürokratisierung der Universität

In die­ser Haus­ar­beit wer­den die Prin­zi­pi­en der Büro­kra­ti­schen Herr­schaft und ihre Aus­wir­kun­gen auf die Uni­ver­si­tät beschrie­ben. Dabei stüt­ze ich mich im ers­ten Teil vor allem auf einen Ver­gleich der Büro­kra­tie-Theo­ri­en von Max Weber und David Gra­eber. Die kon­kre­ten Aus­wir­kun­gen stel­le ich anhand einer Streit­schrift von Kühl, einem Inter­view einem wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­ter der MLU sowie eige­nen Beob­ach­tun­gen dar.

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1. Büro­kra­tie als All­tag

Ein Kon­trol­leur steigt in die S‑Bahn und prüft die Fahr­schei­ne der Insas­sen. Er fragt die Frau neben mir, bis wohin sie fah­re. Sie ant­wor­tet, dass sie nach Schkeu­ditz fah­re, wor­auf­hin er erwi­dert, dass das „City-mobil-Ticket“ nur bis Lütz­schena gel­te. Sie ent­schul­digt sich, sagt dass sie das nicht gewusst hät­te und möch­te ein Anschluss­ti­cket kau­fen. Der Kon­trol­leur stellt fest, dass Fahr­kar­ten vor Antritt der Fahrt gekauft wer­den müs­sen und sie jetzt lei­der aus­stei­gen müs­se. Es ent­spinnt sich eine hit­zi­ge Dis­kus­si­on, in der er zugibt, dass es mög­lich ist im Zug eine Fahr­kar­te zu kau­fen, aber nur wenn die Per­son von sich aus auf den Kon­trol­leur zuge­he und es jetzt nicht mehr mög­lich sei und sie eine Anzei­ge ris­kie­re, wenn sie sit­zen blie­be. Sie bit­tet ihm um „mensch­li­ches“ Ver­hal­ten, er weist dar­auf hin, dass auch er sei­nen Job ver­lie­re, wenn er ihr regel­wid­rig eine Fahr­kar­te ver­kau­fen wür­de. Sie steigt aus.

Eine sol­che Situa­ti­on ist für Men­schen in unse­rer Gesell­schaft ein gewis­ser Wei­se nor­mal, auch wenn man­che sie viel­leicht unbe­frie­di­gend fin­den. Schon Max Weber wuss­te: „Statt des durch per­sön­li­che Anteil­nah­me beweg­ten, Gunst, Gna­de, Dank­bar­keit, beweg­ten, Herrn der älte­ren Ord­nun­gen ver­langt eben die moder­ne Kul­tur, […] den mensch­lich unbe­tei­lig­ten und, daher streng sach­li­chen Fach­mann“ (Weber 1980:563) Der Kon­trol­leur hat in sei­nem Sin­ne voll­kom­men kor­rekt gehan­delt: Er hat ganz kla­re Regeln, wann er Tickets ver­kau­fen darf und hat auch voll­kom­men recht, dass sei­ne Vor­ge­setz­ten das Nicht­be­fol­gen die­ser Regeln bestra­fen kön­nen. Auf­fal­lend ist, dass in die­sen Situa­tio­nen kei­ne Rol­le spielt, wel­che Hand­lung der Kon­trol­leur per­sön­lich sinn­voll fän­de und wie die Situa­ti­on zur Zufrie­den­heit aller gelöst wer­den könn­te. Wenn man annimmt, dass die Bahn­ge­sell­schaft Umsatz machen möch­te und mög­lichst vie­le Kun­den an sich bin­den möch­te, scheint es ver­nünf­tig, der Frau das Ticket zu ver­kau­fen. Die ein­zi­ge Recht­fer­ti­gung des Raus­wurfs ist eigent­lich die Ein­hal­tung des Regel­werks der Deut­schen Bahn („Beför­de­rungs­be­din­gun­gen“). Das Orga­ni­sa­ti­ons­mo­dell, das die Ein­hal­tung von Regeln zum obers­ten Prin­zip gemacht hat, ist die Büro­kra­tie. Obwohl sie als Phä­no­men all­ge­mein aner­kannt ist, gibt es – wie bei so vie­len umkämpf­ten Begrif­fen – kei­ne ein­heit­li­che Defi­ni­ti­on. Im All­tags­ge­brauch vor allem im Bezug auf das aus­fül­len von For­mu­la­ren begrenzt, ist die Büro­kra­tie eigent­lich ein viel tie­fer gehen­des Phä­no­men und wird oft nicht also sol­ches erkannt. Letz­tes Jahr unter­nahm David Gra­eber den Ver­such, die Büro­kra­tie als The­ma wie­der pro­mi­nen­ter in der Anthro­po­lo­gie zu bespre­chen und kommt in „Büro­kra­tie. Die Uto­pie der Regeln“ (2015) zu ähn­li­chen Erkennt­nis­sen, wie schon Max Weber vor über ein­hun­dert Jah­ren. In die­ser Arbeit wer­den zunächst die Merk­ma­le der Büro­kra­tie erläu­tert und anschlie­ßend gezeigt, wie auch die Uni­ver­si­tät in den letz­ten Jahr­zehn­ten zuneh­mend nach die­sen Prin­zi­pi­en umstruk­tu­riert wird. Ich bezie­he mich dabei vor allem auf Fach­li­te­ra­tur, aber auch auf ein Inter­view mit einen Wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­ter der MLU Hal­le und eige­ne Beob­ach­tun­gen (zu bes­se­ren Erkenn­bar­keit kur­siv gesetzt und ein­ge­rückt).

2. Die Ent­ste­hung und Prin­zi­pi­en der Büro­kra­tie

Obwohl es kei­ne ein­heit­li­che und kur­ze Defi­ni­ti­on von Büro­kra­tie gibt, las­sen sich doch aus den Wer­ken Webers und Gra­e­bers, vie­le wesent­li­che Merk­ma­le her­aus­ar­bei­ten. Wie Gra­eber (2015) schon im Titel sei­nes Buches erkennt, ist die Büro­kra­tie zu aller erst eine „Uto­pie der Regeln“ in dem Sin­ne, dass sie auf einem Regel­werk beruht, das uni­ver­sell anwend­bar sein soll und für alle über­haupt mög­li­chen Situa­tio­nen eine Regel zu deren Bear­bei­tung bereit hält. Weber konn­te um die Jahr­hun­dert­wen­de zum 20. Jhd. per­sön­lich mit­er­le­ben, wie sich poli­ti­sche und wirt­schaft­li­che Orga­ni­sa­tio­nen wan­del­ten. Zunächst beruh­te die Legi­ti­mi­tät ihres Han­delns und ihrer Herr­schaft vor allem auf Tra­di­ti­on oder dem Cha­ris­ma bestimm­ter Per­so­nen. Doch sie berie­fen sich zuneh­mend auf einen „Kos­mos abs­trak­ter, […] absichts­voll gesetz­ter Regeln“ (Weber 1980: 125), denen all­ge­mei­ne Gül­tig­keit und Ratio­na­li­tät zuge­spro­chen wur­de. Die­se Art der „ratio­na­len“ oder „lega­len“ Herr­schaft hat es laut Weber im Ver­lau­fe der Geschich­te zwar schon sehr lan­ge gege­ben, doch bestimm­te Ent­wick­lun­gen mach­ten ihren Aus­bau erfor­der­lich und ver­hal­fen ihr zu grö­ße­rem Erfolg: „Meist haben […] in der Rich­tung der Büro­kra­ti­sie­rung Bedürf­nis­se gewirkt, wel­che durch die macht­po­li­tisch beding­te Schaf­fung ste­hen­der Hee­re und die damit ver­bun­de­ne Ent­wick­lung des Finanz­we­sens ent­stan­den. (Weber 1980: 560) Not­wen­dig wur­de sie also vor allem in gro­ßen Impe­ri­en und Staa­ten, die ande­re Gebie­te mili­tä­risch erobern woll­ten und als Mit­tel dazu auch ein Geld­sys­tem ein­führ­ten, um die Besol­dung der Sol­da­ten sicher zu stel­len. In neue­rer Zeit wur­de sie auch für die Ver­wal­tung der immer kom­ple­xe­ren, glo­ba­len Markt­wirt­schaft not­wen­dig; „Die For­de­rung einer nach Mög­lich­keit beschleu­nig­ten, dabei prä­zi­sen, ein­deu­ti­gen kon­ti­nu­ier­li­chen Erle­di­gung von Amts­ge­schäf­ten wird heu­te an die Ver­wal­tung in ers­ter Linie von Sei­ten des moder­nen kapi­ta­lis­ti­schen Wirt­schafts­ver­kehrs gestellt.“ (Weber 1980: 562) Mög­lich wur­de die Büro­kra­ti­sie­rung auch durch die Ent­wick­lung neu­er Tech­no­lo­gi­en: „Der moder­ne Staat des Okzi­dents kann so, wie es tat­säch­lich geschieht, nur ver­wal­tet wer­den, weil er Beherr­scher des Tele­gra­phen­net­zes ist und Post und Eisen­bah­nen ihm zur Ver­fü­gung ste­hen.“ (Weber 1980: 561) Seit Weber haben sich die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Tech­ni­ken für Daten­ver­wal­tung, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Über­wa­chung natür­lich stark wei­ter­ent­wi­ckelt. Das Inter­net, die wach­sen­de Kapa­zi­tät von elek­tro­ni­schen Spei­cher­me­di­en und die Geschwin­dig­keit der Daten­über­mitt­lung haben zu ganz neu­en Mög­lich­kei­ten geführt.

In jeder büro­kra­ti­schen Orga­ni­sa­ti­on gibt eine fes­te Amts­hier­ar­chie, die fest­legt, wel­che Ver­ant­wor­tung ein Teil der Orga­ni­sa­ti­on gegen­über den ande­ren Tei­len hat. (Weber 1980: 125ff) Außer­dem war für ihn klar: „Jede Herr­schaft äußert sich und funk­tio­niert als Ver­wal­tung“ und „Jede Ver­wal­tung bedarf irgend­wie der Herr­schaft, denn immer müs­sen zu ihrer Füh­rung irgend­wel­che Befehls­ge­wal­ten in irgend jeman­des Hand gelegt sein.“ (Weber 1980: 545) Gra­eber führt die­sen Gedan­ken fort und meint: „unper­sön­li­che Regeln und Vor­schrif­ten funk­tio­nie­ren […] nur, wenn sie durch Gewalt­an­dro­hung gestützt wer­den. Er weist dar­auf­hin, dass die moder­ne Poli­zei ein rela­tiv neu­es Phä­no­men des 19. Jahr­hun­derts ist, und sich gera­de in der letz­ten Zeit die Anzahl der „Über­wa­chungs­ka­me­ras […], Poli­zei­fahr­zeu­ge, […] Män­ner und Frau­en in unter­schied­li­chen Uni­for­men, die ent­we­der im öffent­li­chen oder pri­va­ten Auf­trag tätig sind und in Tak­ti­ken der Bedro­hung, Ein­schüch­te­rung und nicht zuletzt auch der phy­si­schen Gewalt­an­wen­dung“ aus­bil­det sind, stark erhöht hat. (Gra­eber 2015: 42)Bürokratie ist also zugleich die Aus­übung von Herr­schaft mit­hil­fe abs­trak­ter Regeln und benö­tigt gleich­zei­tig Herr­schaft und Gewalt(-androhung), um ihr Regel­werk durch­zu­set­zen. Die ver­schie­de­nen Tei­le einer büro­kra­ti­schen Orga­ni­sa­ti­on haben fest­ge­leg­te Kom­pe­ten­zen und Leis­tungs­pflich­ten, sind mit den dafür not­wen­di­gen Befehls­ge­wal­ten aus­ge­stat­tet und dür­fen fest­ge­setz­te Zwangs­mit­tel ein­set­zen.

Auch die Rol­le des Indi­vi­du­ums inner­halb der Orga­ni­sa­ti­on ändert sich. Men­schen wer­den nicht auf­grund ihrer Her­kunft, Abstam­mung oder Leis­tung, son­dern „einer gene­rell gere­gel­ten Qualifikation“(Weber 1980: 551) — heu­te wür­de man Bil­dungs­ab­schluss sagen — ein­ge­stellt. Die Ange­stell­ten kön­nen zwar die ihnen zuste­hen­den Res­sour­cen nut­zen, sie befin­den sich jedoch nicht in ihrem Besitz und kön­nen ihnen auch jeder­zeit von einem in der Hier­ar­chie höher ste­hen­den Grup­pe ent­zo­gen wer­de. Da alle ihre Ent­schei­dun­gen auf fes­ten Regeln beru­hen sol­len und nach­voll­zieh­bar sein müs­sen und ein Vor­gang oft meh­re­re Schrit­te und Per­so­nen umfasst, muss alles in Akten fest­ge­hal­ten wer­den. Die­se müs­sen archi­viert und nach Anfra­ge wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Nie­mand steht außer­halb der Regeln, Merk­mal der Büro­kra­tie ist, dass auch „der „Vor­ge­setz­te“, indem er anord­net und mit­hin befielt, sei­ner­seits der unper­sön­li­chen Ord­nung gehorcht, an wel­cher er sei­ne Anord­nun­gen ori­en­tiert“ (Weber 1980: 125).

Die­se Cha­rak­te­ris­ti­ka tref­fen auf eine staat­li­che Behör­de genau­so zu, wie auf „die ganz gro­ßen moder­nen kapi­ta­lis­ti­schen Unter­neh­mun­gen [die] selbst nor­ma­ler­wei­se uner­reich­te Mus­ter straf­fer büro­kra­ti­scher Orga­ni­sa­ti­on.“ sind. (Weber 1980: 562) An Unter­neh­men zeigt sich beson­ders deut­lich der Anspruch der Büro­kra­tie, alle Vor­gän­ge „bere­chen­bar“ zu machen. Denn eine büro­kra­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on erreicht ihre Zie­le umso eher, je genau­er sie die Ver­wen­dung von Mit­teln und Stra­te­gi­en pla­nen kann. Dies gelingt ihr umso bes­ser, je voll­kom­me­ner „die Aus­schal­tung von Lie­be, Haß, und allen rein per­sön­li­chen, über­haupt allen irra­tio­na­len, dem Kal­kül sich ent­zie­hen­den, Emp­fin­dungs­ele­men­ten aus der Erle­di­gung der Amts­ge­schäf­te, gelingt“(Weber 1980: 563). Die­se Stra­te­gie hat sich als so erfolg­reich erwie­sen, dass inzwi­schen fast das gesam­te gesell­schaft­li­che Leben der Mensch­heit durch büro­kra­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen wie die WTO (Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­ti­on), den IWF (Inter­na­tio­na­ler Wäh­rungs­fond) und die UN (Ver­ein­ten Natio­nen) sowie durch län­der­über­grei­fen­de Wirt­schafts­zu­sam­men­schlüs­se (zB. EU) gere­gelt wird (sie­he Gra­ber 2015: 39). Er spricht daher von der „tota­len Büro­kra­ti­sie­rung“ (ebd.: 24), ana­log zu Weber, der vom „Tat­be­stand der uni­ver­sel­len Büro­kra­ti­sie­rung“ (Weber 1958: 318) sprach.

3. Die Büro­kra­ti­sie­rung der Uni­ver­si­tät

3.1 Neue Ent­wick­lun­gen

Inwie­weit tref­fen nun die­se Cha­rak­te­ris­ti­ka der Büro­kra­tie auf die Uni­ver­si­tä­ten in Deutsch­land zu? Die Ant­wort ist: In zuneh­men­dem Maße. Das Leben und Arbei­ten an Uni­ver­si­tä­ten beruht seit ihrer Ent­ste­hung auf gewis­sen for­ma­len Regeln und büro­kra­ti­schen Prin­zi­pi­en. Doch das Aus­maß, in dem abs­trak­te Regeln den All­tag aller Ange­hö­ri­gen der Uni beein­flus­sen, seit der Bolo­gna-Erklä­rung am 25.Mai 1999 noch ein­mal stark erhöht. Als Teil einer Rei­he von Maß­nah­men, die die Qua­li­tät der Hoch­schul­bil­dung und die Mobi­li­tät der Stu­die­ren­den stei­gern soll­ten, wur­de unter ande­rem ein „sys­tem of credits — such as in the ECTS sys­tem -“ gefor­dert. Und obwohl „die Erklä­rung von Bolo­gna […] kei­ner­lei recht­li­che Ver­bind­lich­keit für die Unter­zeich­ner­staa­ten hat“ (Kühl 2012:122) wur­de die­se For­de­rung auch recht schnell sehr umfas­send umge­setzt. Das ECTS-Sys­tem ist eine Art Kunst­wäh­rung, dass die zum errei­chen eines Lern­ziels not­wen­di­ge Zeit­men­ge erfasst und damit ver­gleich­bar macht. „Durch die ECTS-Punk­te soll es also ‑so jeden­falls die Vor­stel­lung der Bil­dungs­pla­nung – mög­lich sein, jede Stun­de, die ein Stu­die­ren­der mit sei­nem Stu­di­um ver­bringt, im Vor­aus zu kal­ku­lie­ren“ (Kühl 2012:29). Dies ist im Sin­ne Gra­bers natür­lich eine „uto­pi­sche“ Vor­stel­lung, da jede*r Stu­den­tin unter­schied­lich viel Zeit für die glei­che Auf­ga­be benö­tigt. Im Sin­ne einer büro­kra­ti­schen Orga­ni­sa­ti­on ist es jedoch ein effek­ti­ves Mit­tel, um Bere­chen­bar­keit her­zu­stel­len. Damit ein­her­ge­hend wur­de das Stu­di­um in Bache­lor und Mas­ter auf­ge­teilt und die­se wie­der­um in ver­schie­den­ar­ti­ge Modu­le, für die­se bestimm­te Lern­zie­le for­mu­liert wer­den müs­sen. Die­se Modu­le sind wie­der­um auf bestimm­te Wei­sen kom­bi­nier­bar und müs­sen jeweils durch bestimm­te Arten von Prü­fun­gen mit Vor­schrif­ten und Fris­ten abge­schlos­sen wer­den. Es ent­stand also ein aus­führ­li­cher neu­er Kanon an Vor­schrif­ten, Beschrei­bun­gen und Bestim­mun­gen, des­sen Ein­hal­tung über­prüft wer­den muss. Dafür sind zunächst die Leh­ren­den zustän­dig, bei denen jedoch auf­fällt, dass sie das neue Regel­werk oft selbst nicht voll über­bli­cken.

In Eth­no­lo­gi­schen Insti­tut der MLU Hal­le ist mei­ner Erfah­rung nach vie­len Dozen­ten der (wich­ti­ge) Unter­schied zwi­schen einer „Stu­di­en­leis­tung“ und einer „Modul­leis­tung“ nicht geläu­fig und muss ihnen bis­wei­len von den Stu­die­ren­den erläu­tert wer­den.

Gra­eber berich­tet, dass „der Anteil der Arbeits­zeit [der Leh­ren­den], der für admi­nis­tra­ti­ve Tätig­kei­ten auf­ge­wen­det wer­den muss, explo­si­ons­ar­tig zuge­nom­men“ (2015: 164ff) habe. Durch die Ein­füh­rung des Bache­lor-Mas­ter-Sys­tem hat sich sowohl die Zahl der Prü­fun­gen als auch der Buch­hal­tungs­in­stru­men­te stark erhöht. War vor­her nur die Abschluss­prü­fung für die End­no­te rele­vant, so müs­sen nun dut­zen­de von Prü­fungs­leis­tun­gen erbracht, notiert, ange­mel­det ein­ge­tra­gen und über­prüft wer­den. Dazu wur­den neue Online-Por­ta­le wie Stud.IP und das Löwen­por­tal ein­ge­rich­tet, bei denen jeweils ver­schie­den­ar­ti­ge Infor­ma­tio­nen über die Stu­die­ren­den abge­bil­det sind und ein­ge­tra­gen wer­den müs­sen (Inter­view 9:10 min). Die Dozen­ten des Insti­tuts für Eth­no­lo­gie haben jedoch selbst kei­nen Zugang zu den Infor­ma­tio­nen in Löwen­por­tal und kön­nen somit nicht sehen, wer bei ihnen eine Prü­fung machen will. Sie müs­sen daher noch eige­ne Lis­ten füh­ren. Ein Wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter berich­te­te mir im Inter­view, dass er auf drei Ebe­nen (Teil­neh­mer­lis­te auf Papier, Excel-Tabel­le auf sei­nem PC, Online bei Stud.IP und Löwen­por­tal) Infor­ma­tio­nen über Prü­fungs­leis­tun­gen führt (Inter­view 25:48 min) Die­se müs­sen in meh­re­ren Schrit­ten mit dem Sekre­ta­ri­at des Eth­no­lo­gi­schen Insti­tuts gekop­pelt wer­den. In der nächs­ten Instanz wachen die Zen­tra­len Prü­fungs­äm­ter der Uni­ver­si­tät über die Ein­hal­tung der Regeln und Fris­ten. Sie wer­den jedoch wie­der­um von den Koor­di­nie­rungs­gre­mi­en der Akkre­di­tie­rungs-Agen­tu­ren über­wacht, die im Zuge der Reform neu geschaf­fen wur­den. Die­se „halb-öffent­li­chen“ Orga­ni­sa­tio­nen „prä­gen […] die Form und Inhal­te der Stu­di­en­gän­ge maß­geb­lich mit“ (Kühl 2012:121).

Dar­über hin­aus wur­de das Qua­li­täts­ma­nage­ment an Uni­ver­si­tä­ten stark aus­ge­wei­tet, um For­schung und Leh­re wei­ter zu ver­bes­sern. Es trat jedoch das Pro­blem auf, das „der eigent­li­che uni­ver­si­tä­re Kern­pro­zess der Wis­sens­ver­mitt­lung“ sich „nur schwer durch die in Unter­neh­men erprob­ten Instru­men­te der Qua­li­täts­si­che­rung“ erfas­sen lässt (Kühl 2012: 43). Auf­grund des­sen wird das Qua­li­täts­ma­nage­ment zu einer wei­te­ren Behör­de, die „nur auf die Ein­hal­tung for­ma­ler Stan­dards“ (Kühl 2012: 43) über­prüft.

Eine wei­te­res Ele­ment der Bolo­gna-Reform ist die Idee der Stu­die­ren­den­zen­trie­rung. „Stu­die­ren­den­zen­trie­rung bedeu­tet jetzt, einen Stu­di­en­gang kon­se­quent aus der Per­spek­ti­ve der Stu­die­ren­den zu pla­nen: Was sol­len die Stu­die­ren­den am Ende ihres Stu­di­ums beherr­schen? Wel­che Lern­zie­le bestehen für die ver­schie­de­nen Stu­di­en­ab­schnit­te?“ (Kühl 2012: 70) Es fällt auf, das hier nicht tat­säch­lich nach den Wün­schen und Bedürf­nis­sen der Stu­die­ren­den gefragt wird, son­dern wie­der­um abs­trak­te Regeln und Vor­ga­ben gemacht wer­den, in die­sem Fall für das not­wen­di­ge Wis­sen um einen Stu­di­en­gang erfolg­reich abschlie­ßen zu dür­fen. Doch nicht nur die Stu­die­ren­den, auch For­schen­den müs­sen sich mit einem wach­sen­den Regel­werk aus­ein­an­der­set­zen.

Es wird deut­lich, dass nicht nur mehr und neue Regeln für die Mit­glie­der der Uni­ver­si­tät, son­dern auch ganz neue büro­kra­ti­sche (Über­wa­chungs-) Behör­den geschaf­fen wur­den wur­den. Dies hat weit­rei­chen­de Kon­se­quen­zen für den All­tag und die Arbeit an der Uni­ver­si­tät.

3.2 Fol­gen und Neben­wir­kun­gen

Für die Stu­die­ren­den zei­gen sich die Kon­se­quen­zen der Büro­kra­ti­sie­rung zunächst im wach­sen­den zeit­li­chen und kogni­ti­ven Auf­wand für die for­mel­le Orga­ni­sa­ti­on ihres Stu­di­ums. Die Ein­füh­rung des ECTS-Sys­tems und der Modu­la­ri­sie­rung lässt nur ganz bestimm­te Kom­bi­na­ti­ons­mög­lich­kei­ten zu und ver­langt dabei die Beach­tung einer stark gestie­ge­nen Anzahl von Para­me­tern

Wel­chen Teil des Moduls brau­che ich noch? Gibt das Semi­nar die kor­rek­te Anzahl Credit Points? Wel­che Prü­fungs­leis­tun­gen sind not­wen­dig und darf ich laut Stu­di­en­ord­nung noch eine wei­te­re Klau­sur schrei­ben? Habe ich die kor­rek­ten Fris­ten für die Anmel­dun­gen zu Modu­len und Prü­fun­gen ein­ge­hal­ten? Wur­de mit mir mei­ne Stu­di­en­leis­tung aner­kannt und ein­ge­tra­gen? Passt mei­ne Wahl zum Pro­fil des Mas­ter-Stu­di­en­gangs, auf den ich mich mög­li­cher­wei­se bewer­ben will?

Dadurch ver­rin­gert es effek­tiv die Anzahl der Wahl­mög­lich­kei­ten (Kühl 2012: 16) im Gegen­satz zu einem frü­he­ren Stu­di­en­gang, wo nur die Anzahl der zu bele­gen­den Semi­na­re und Semes­ter­wo­chen­stun­den zu berück­sich­ti­gen war. Kühn stellt fest, dass es „zu einer erheb­li­chen Erhö­hung der Prü­fungs- und damit auch Kor­rek­tur­last gekom­men ist“ (Kühl 2012: 73), da alle Modu­le nun mit einer Prü­fung abge­schlos­sen wer­den müs­sen. Dies lässt den Stu­die­ren­den weni­ger Zeit für ein Inter­es­sen-gelei­te­tes Stu­di­um und führt dazu, dass etli­che aus­schließ­lich die vor­ge­ge­be­nen Tex­te lesen, um die Prü­fun­gen zu bestehen. Auch für die Leh­ren­den steigt die Arbeits­be­las­tung mit Ver­wal­tungs­tä­tig­kei­ten. Sie müs­sen eine stark gestie­ge­ne Anzahl von Prü­fun­gen ver­wal­ten und Infor­ma­tio­nen mit ver­schie­de­nen Büros aus­tau­schen. Außer­dem müs­sen sie viel mehr Kor­rek­tu­ren durch­füh­ren und mehr Zeit mit dem akqui­rie­ren von Dritt­mit­teln ver­brin­gen. Dadurch ver­rin­gert sich die Zeit, die sie für die eige­ne For­schungs­tä­tig­keit nut­zen kön­nen.

Außer­dem hat sich als Fol­ge des Auf­kom­mens der Akkre­di­tie­rungs-Agen­tu­ren der Kom­pe­tenz­rah­men der Fakul­tä­ten und Insti­tu­te ver­rin­gert, da sie nun in der Amts­hier­ar­chie im Bezug auf die Stu­di­en­ord­nung wei­ter unten ste­hen und alle Ver­än­de­run­gen von den Agen­tu­ren geneh­migt wer­den müs­sen. Das Nicht­be­fol­gen kann zu lang­wie­ri­gen und arbeits­in­ten­si­ven Revi­si­ons­pro­zes­sen füh­ren, die ver­mie­den wer­den sol­len, um die Arbeits­be­las­tung der Mit­ar­bei­ter der Uni­ver­si­tät nicht noch wei­ter zu stra­pa­zie­ren. Die Insti­tu­te haben dadurch weni­ger Frei­heit in der Gestal­tung der Stu­di­en­gän­ge. Muel­ler­lei­le und Robert­son mei­nen sogar, dass die büro­kra­ti­schen Abläu­fe einem Maße zum Selbst­zweck wer­den, dass der eigent­li­che Sinn von Hand­lun­gen ver­lo­ren geht: „In the eco­no­my of digi­tal mea­su­rement the uni­ver­si­ty does not just recei­ve a ran­king, it beco­mes a recur­si­ve socio-tech­ni­cal machi­ne for pro­du­cing ran­king data“ (2015:11). Sowohl für Stu­die­ren­de, als auch für Forscher*innen und Leh­ren­de, bringt also die Büro­kra­ti­sie­rung vor allem eine Ein­schrän­kung von Frei­heit und Krea­ti­vi­tät mit sich. Gra­eber meint: „Jene Den­ker, denen zuzu­trau­en ist, dass sie mit neu­en, kon­zep­tio­nel­len Durch­brü­chen auf­war­ten, sind gleich­zei­tig jene, die mit der gerings­ten Wahr­schein­lich­keit Unter­stüt­zung erhalten.“(2014: 169) Durch die per­ma­nen­te Bewer­tung und Kon­trol­le und den Papier­kram wird es sehr viel schwie­ri­ger dem eige­nen theo­re­ti­schen Inter­es­se zu fol­gen, des­sen Ergeb­nis­se noch nicht abzu­se­hen sind, dass sich mög­li­cher­wei­se nicht „aus­zahlt“. Dies führt nach Gra­eber dazu, dass in den letz­ten 30 Jah­ren „kein bedeu­ten­des neu­es Werk über Sozi­al­theo­rie“ ver­fasst wur­de und die Uni­ver­si­tät kein Ort mehr für exzen­tri­sche, bril­lan­te und ver­spon­ne­ne Natu­ren mehr ist, son­dern nur für pro­fes­sio­nel­le Selbst­ver­mark­ter. (Gra­eber 2015: 165ff)

4. Aus­blick

Das die Umset­zung der Bolo­gna-Erklä­rung zu viel­fäl­ti­gen Pro­ble­men geführt hat, auch jen­seits den von mir beschrie­be­nen, kann ver­mut­lich nie­mand bestrei­ten. Inter­es­sant wird es jedoch, wenn man sich anschaut, wel­che Arten von Lösun­gen vor­ge­schla­gen wer­den. Denn wie schon Karl Mann­heim erkann­te: „The fun­da­men­tal ten­den­cy of all bureau­cra­tic thought is to turn all pro­blems of poli­tics into pro­blems of admi­nis­tra­ti­on“ (Mann­heim 1952: 360). Wenn also das Pro­blem auf­taucht, dass Stu­die­ren­de sich unin­ter­es­siert an ihren (Pflicht-) Ver­an­stal­tun­gen zei­gen wird in aller Regel eine Lösung umge­setzt, die inner­halb des büro­kra­ti­schen Den­kens ent­stan­den ist.

So wur­den im Eth­no­lo­gi­schen Insti­tut der MLU Anwe­sen­heits­lis­ten ein­ge­führt, in die sich die Stu­den­tin ein­tra­gen muss, die zu einem wei­te­ren Ver­wal­tungs­auf­wand füh­ren und die Eigen­in­itia­ti­ve der Stu­die­ren­den wei­ter begren­zen.

Es kommt in vie­len Uni­ver­si­tä­ten zu immer wei­te­ren Refor­men, die die Pro­ble­me des ECTS und Bache­lor-Mas­ter-Pro­gramms behe­ben sol­len, sie durch noch mehr Regeln jedoch nur noch wei­ter ver­schär­fen. Es wäre inter­es­sant im nächs­ten Schritt zu unter­su­chen, in wie weit sich die Akteu­re in der Uni­ver­si­tät bewusst sind, dass die Pro­ble­me eigent­lich nach den oben erläu­ter­ten Theo­ri­en grund­sätz­li­cher ange­gan­gen wer­den müss­ten und ob es Orte gibt, an denen dies bereits ver­sucht wur­de. Außer­dem wur­de in die­ser Arbeit nicht expli­zit die Fra­ge gestellt, wel­che Akteu­re durch die Bolo­gna-Reform ihre Herr­schaft aus­bau­en konn­ten und ob die Fol­gen in die­sem Sin­ne mög­li­cher­wei­se inten­diert waren. Dazu wäre sicher­lich eine genaue Unter­su­chung der neu geschaf­fe­nen Akkre­di­tie­rungs-Agen­tu­ren inter­es­sant, die in die­ser Arbeit zu kurz kam.

Lite­ra­tur

Gra­ber, David 2015: Büro­kra­tie. Die Uto­pie der Regeln. Stutt­gart: Klett-Cot­ta.

Kühl, Ste­fan 2012: Der Sudo­ku-Effekt. Hoch­schu­len im Teu­fels­kreis der Büro­kra­tie. Eine Streit­schrift. Bie­le­feld: tran­script Ver­lag

Mann­heim, Karl: Ori­en­ta­ti­ons of Bureau­cra­tic Thought. In: Robert K. Mer­ton, Ail­sa P. Gray, Baba­ra Hockey, Han­an C. Sel­vin (Hg.) 1952: Reader in Bureau­cra­cy. Cana­da: Mac­mil­lan Publi­shing, 360–361.

Muel­ler­lei­le, Chris, Robert­son, Susan 2015: Digi­tal Webe­ria­nism: Towards a recon­cep­tua­li­za­ti­on of bureau­cra­tic soci­al order in the digi­tal age. Uni­ver­si­ty of Bris­tol: Working Paper

Weber, Max 1980: Wirt­schaft und Gesell­schaft: Grund­riß d. Ver­ste­hen­den Sozio­lo­gie. Tübin­gen: Mohr.

Wei­te­re Quel­len

Inter­view mit Wis­sen­schaft­li­chem Mit­ar­bei­ter MLU am 25.05.2016 (Aus­zug)

W [9:10]: Ich glau­be ziem­lich par­al­lel zur Ein­füh­rung des ähm Bache­lor-Mas­ter-Pro­gramms kam die­ses Löwen­por­tal auf. Ich bin mir da nicht ganz sicher ob… es… also auf jeden Fall war Bache­lor und Mas­ter zuerst da, also zuerst war Bache­lor da und ich glau­be schnell dahin­ter her kam dann das Löwen­por­tal. Also juris­tisch bin­dend ist, was im Löwen­por­tal steht.

W [9:30]: Also die [Teilnehmer-]Liste hat mit dem juris­ti­schen gar nichts, das ist sozu­sa­gen ein zusätz­li­ches Doku­ment um… Also gehen wir mal von dem Fall aus: Wir haben ja die­se Modul­be­schei­ni­gung, wo in der Regel zwei Kur­se auf­ge­führt sind, sie machen jetzt einen, machen dann die Stu­di­en­leis­tung rich­tig, dann geben sie die aus­ge­füll­te Modul­be­schei­ni­gung zum Dozen­ten, der unter­zeich­net ja Stu­di­en­leis­tung und Teil­nah­me ist erbracht, Stu­dent kann sozu­sa­gen die eine Hälf­te die­ses Moduls ver­bucht bekom­men. Dann geht die­ser Schein in das Sekre­ta­ri­at, das Sekre­ta­ri­at ver­bucht das im Löwen­por­tal, dann geht der Schein zurück an sie, in den Zet­tel­kas­ten, dann machen sie im nächs­ten Semes­ter einen zwei­ten Kurs für in dem sel­ben Modul. Dann geht das genau­so, sie machen den Kurs, geben den Zet­tel zurück, der Dozent bestä­tigt, dass die Teil­nah­me und Stu­di­en­leis­tung in Ord­nung waren, geht’s in Sekre­ta­ri­at, das Sekre­ta­ri­at ver­bucht das im Löwen­por­tal, dann geht der Zet­tel zurück an sie, weil sie haben ja noch kei­ne Modul­leis­tung gemacht, sie schrei­ben eine Haus­ar­beit, geben dann die Modul­be­schei­ni­gung wie­der ab und der Dozent bewer­tet ihre Arbeit und notiert die Note der Haus­ar­beit, die dann gleich­zei­tig Note des Moduls wird auf die­ser Modul­be­schei­ni­gung, die­se Modul­be­schei­ni­gung geht dann wie­der ans Sekre­ta­ri­at, das wird dann wie­der im Löwen­por­tal ver­bucht und dann ist das Modul ent­we­der bestan­den oder nicht. Bekom­men sie den Schein dann noch­mal zurück? Ich glau­be, dann wird archi­viert.

W [18:15]: Das ist so ein erwei­ter­tes Stud-IP was Dozen­ten sehen, wir haben ja ein gan­zes… Teil­neh­mer­ma­nage­ment-Sek­ti­on da drin, und da sieht man die­se Infor­ma­tio­nen auch alle. Also in gewis­ser Wei­se ist da auch ne Red­un­danz da. Aber… wie sie sehen… wir haben halt an der MLU so vie­le ver­schie­de­ne Por­ta­le, Por­täl­chen, wo rele­van­te Sachen in der Admi­nis­tra­ti­on von stu­den­ti­schen Zusam­men­hän­gen, also nicht nur Leis­tun­gen… son­dern auch Zulas­sun­gen und so pas­sie­ren, das ist eigent­lich… puh es wäre schön wenn das mal gebün­delt in einer Platt­form endet aber das ist anschei­nend nicht gewollt oder nicht durch­setz­bar oder aus stra­te­gi­schen Grün­den was auch immer. Das ist natür­lich schon ein biss­chen anstren­gend.

W [20:54]: Inso­fern, die­se Teil­neh­mer­lis­te ist red­un­dant, in meh­re­rer Hin­sicht. Und sie ist viel­leicht auch ein biss­chen old-fashio­ned ähm… aber sie hat, sie bie­tet eben die Mög­lich­keit ein­fach nen ganz kur­zen schnel­len Blick zu sehen wer ist da, was haben die gemacht, wann haben die das gemacht, ist das kom­plett. Auch ne Ori­en­tie­rung dar­über, von wem müss­te ich jetzt eigent­lich noch Haus­ar­bei­ten krie­gen. Also das ist auch so ne Sache.

W [24:30]: Da hängts jetzt auch vom Dozen­ten ab, ob die Teil­neh­mer­lis­te das Doku­ment ist, wo die letzt­end­li­che fina­le Ver­si­on drauf ist. Also zum Bei­spiel mit den Haus­ar­bei­ten, es kann sein, dass in der letz­ten Sit­zung

W[25:48]: Oder man macht sich ne eige­ne Excel-Tabel­le, also ich mache die zum Bei­spiel aus den Teil­neh­mer­lis­ten in Stud.IP, die kann man expor­tie­ren als so ne cvs-Datei, also so ne Open-Source-Tabel­len-Kal­ku­la­ti­ons-Datei, und dann mache ich mir eine eige­ne Excel-Tabel­le, wo ich im Prin­zip wo halt ähn­li­che Infor­ma­tio­nen rein mache, weil dann bin ich Papier­kram los und ich bin orts­un­ab­hän­gig mit mei­nen Infor­ma­tio­nen.

W[26:16]: Nichts­des­to­trotz, dass ist mei­ne Her­an­ge­hens­wei­se, also ich mache dann qua­si noch eine drit­te Ebe­ne auf.